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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-06-01 · Heft 6 (Juni 1904) · p. Seite 333

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 6 (Juni 1904)
Article
Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg
Date
1904-06-01
Page
Seite 333 (sequence 6)
Language
German
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Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg. 333 Reuchlin, gewiss eine gewichtige Autorität, sagt von ihm: »quem propter peritiam et excellentem hebraicae Iinguae notitiam, cuius simiiem in Alemannia non vidi, ad Studium nostrum generale in Tuwingen adduxi«. Der Drucker Thomas Anshelm stimmte in das Lob ein und lud den bekannten Humanisten Michael Hummelberg in Ravensburg ein, eiligst nach Tübingen zu kommen, da Adrian, durch die Bitten einiger Magister bewogen, versprochen habe, so lange zu bleiben, bis er sie wenigstens in den Rudimenten unterwiesen hätte1). Das rauhe Klima und der herbe Wein sagten dem Südländer jedoch wenig zu und da er wegen Errettung aus grosser Gefahr im Jahre 1510 der Jungfrau Maria eine zweite Fahrt nach Jerusalem gelobt hatte, so beschloss er, zu Ostern 1513 über Venedig dorthin aufzubrechen2). In Tübingen hielt ihn vorerst ausser den zugesagten Vorlesungen die Vollendung eines Buches fest, dessen Inhalt er selbst angibt, das aber kaum die Presse gesehen hat. Es sollte eine hebräische und chaldäische Sprachlehre umfassen, dazu die vier Evangelisten, die Briefe Pauli, das Leiden des Herrn, in das Hebräische übersetzt, und ein hebräisches Vokabularium3). Januar 1513, a. a. O,, 193. Das »viri catholici« in dem Briefe, woran sich L. Geiger stösst, geht auf die Clementinen zurück. ג) Thomas Anshelm an Michael Hummelberg, Tübingen, im Dezember 1512, Bei A. Horawitz, Analecten zur Geschichte des Humanismus in Schwaben, 24. Hummelberg konnte nicht kommen und erkundigte sich am 11. März 1513 bei Anshelm, was Adrian gelesen und wen er unterrichtet habe. Auch er wünschte Hebräisch zu lernen. »Rem enim diuinam et theologicam ex sacrae Iinguae cognitione suum candorem recepturam existimo«. A. a. O., 25, 26. 2) Hierzu vergl. den Brief Reuchlins an Brant, den Adrians an Amerbach und die Vorrede Adrians zu seinem Buche Hora faciendi pro domino. 3) Vergl. seinen Brief an Johann Amerbach, a. a. O., 194.

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