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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-06-01 · Heft 6 (Juni 1904) · p. Seite 332

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 6 (Juni 1904)
Article
Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg
Date
1904-06-01
Page
Seite 332 (sequence 5)
Language
German
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332 Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg. eines jüdischen Gelehrten angeeignet, dann war er jedoch zum Christentum übergetreten und hatte Medizin bis zum Doktorat studiert, sodass er in der Folge den Doppelberuf eines Hebraisten und Arztes üben konnte und auch geübt hat. Nach der Entfernung aus seiner Heimat hat er nach dem Zeugnisse des Erasmus in Italien gelebt1) und schon dort hohe Anerkennung wegen seiner sprachlichen Gelehrsamkeit gefunden. Die 1497 zum erstenmal erschienene Introductio perbreuis ad hebraicam linguam des Aldus Manutius verrät seine Hand2 3). Von einer Wallfahrt nach dem heiligen Lande brachte er den Titel eines miles terrae sanctae, oder, wie man sonst sagte, miles sancti sepulchri, zurück, den er mit miles Christi wiedergab. Andere8) nannten ihn eques auratus. Wann er sich nach Deutschland wendete, ist nicht zu sagen, erst 1512 wird hier sein Name genannt. Reuchlin, den Adrian zu seinen Hörern zählt, hat ihn in dem Winter dieses Jahres nach Tübingen gezogen4 5), wo er über Hebräisch las und auch als Arzt praktizierte6). *) Erasmus, Opera, III, I, 353. Erasmus an Aegidius Buslidius, Loewen, 18. Oktober 1517. Erasmus sagt dort: idem testantur uno ore omnes, quotquot vel apud Germanos vel apud Italos cognoui huius linguae peritos. Erasmus war vor 1510 in Italien. 2) Es ist bisher nicht beachtet worden, dass der bei Aldus ge־ gebene hebräische Text der Oratio dominica nicht bloss zum grössten Teil mit der Übersetzung des Adrianus in seinem Libellus Hora faciendi pro domino (s. w. u.) auffallend übereinstimmt, sondern dass auch Adrianus in dem exegetischen kritischen Kommentar zu seinem Buche charakteristische Stellen seiner Übersetzung für sein geistiges Eigentum erklärt. Über die Ausgabe des Liber primus de octo partibus orationis des Constantinus Lascaris, die zuerst (1497) die Introductio des Aldus enthält, vergl. G. Bauch in den Mitteilungen der Gesellschaft für deutsche Erziehungs- und Schulgeschichte, VI, 72, 73. Das Datum des Briefes von Aldus an Celtis muss 1497 gelesen werden. 3) So Johann Froben in seiner Introductio utilissima. IB. Nr. 2. ף Reuchlin an Sebastian Brant, Tübingen, 14. Januar 1513. Abgedruckt von L. Geiger in seiner Vierteljahrsschrift für Kultur und Literatur der Renaissance, I, 119. 5) Matthaeus Adrianus an Johann Amerbach, Strassburg, 31.

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