Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-06-01 · Heft 6 (Juni 1904) · p. Seite 329

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 6 (Juni 1904)
Article
Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg
Date
1904-06-01
Page
Seite 329 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2829132-2829776-2829783-2885394--32852-2885421
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg. 329 noch nichts geantwortet worden sei und dass er erst an diesem Tage mit seinen Vertrauten verhandeln und dann antworten werde. Er meldete zugleich, dass ihn Adrian durch Dr. Wolfgang Stehelins Schwiegersohn Dr. Konrad König um Nachricht angegangen habe, die er ihm doch, soviel er wüsste, geschickt hätte. Nach Königs Meinung würde Adrian sich bewegen lassen, in Wittenberg zu lehren, wenn er 100 oder wenigstens 90 Gulden Gehalt bekäme. Luther wollte selbst deshalb noch einmal an Adrian schreiben. Die Beratungen hatten aber auch die Folge, dass man in Wittenberg ebenso wenig wie am Hofe Einhorn wegen der Verhandlungen mit Adrian ablehnte. Und als sich herausstellte, dass S p a 1 a t i n die Entschliessung des Kurfürsten Dr. Koppe noch nicht mitgeteilt hatte, schrieb Luther selbst an diesen und bat ihn, die Ankunft des jungen Mannes zu beschleunigen1). Die Antwort Ko pp es ist nicht erhalten, aber die Raschheit und Bestimmtheit Adrians im Handeln beseitigte Einhorns Kandidatur. So hatte man für den Augenblick zwar zwei Eisen im Feuer, aber Luther befürchtete bald, wohl eingedenk der Erfahrungen, die man mit Böschenstein und Kaiser gemacht hatte, dass man wieder zwischen zwei Stühle zu sitzen kommen könnte. Adrian war schon aus Loewen aufgebrochen und drängte auf Entscheidung und verlangte durchaus 100 Gulden als Salar. Luth e r ersuchte ihnum Geduld für kurze Zeit, und Ad ri an versprach, acht Tage in Berlin auf Antwort zu warten. Die dadurch erlangte Frist sollte nach Luthers Vorschlag dazu benutzt werden, so schnell wie möglich eine Antwort von Einhorn einzuholen. Er befürchtete, dass man Adrian verlieren und dass auch Werner, der auf einen Ruf des Kardinals Al brecht rechnete, zu diesem nach Mainz oder aus!) Luther an Spalatin, Wittenberg, 19. März 1520. Enders, II, 362.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.