Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-06-01 · Heft 6 (Juni 1904) · p. Seite 328

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 6 (Juni 1904)
Article
Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg
Date
1904-06-01
Page
Seite 328 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2829132-2829776-2829783-2885394--32851-2885420
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

328 Sie Einführung des hebräischen in Wittenberg. Mit Berücksichtigung der Vorgeschichte des Studiums der Sprache in Deutschland. Von Gustav Bauch. (Fortsetzung). Werner war geborener Jude und wurde, wie man aus seinem Namen folgern könnte, schon in seiner Heimat1) getauft. Er hiess Einhorn und nannte sich daher auch Monoceros oder Monoceras. Seine Studien begann er in Köln2) und betrieb dort auch das Hebräische sieben Jahre lang unter dem Rabbiner, der nach seiner Taufe Viktor von Karben3) hiess und als Judenfeind und Vorläufer Pfefferkorns bekannt ist. Im Sommersemester 1518 ist er in Erfurt immatrikuliert als Wernerus de Bacharach, Hebreus baptizatus, gratis ad peticionem doctoris I s e n a ch4). J o d o c us Trutfetter, der ja auch dem Humanismus nicht abgeneigt war, hatte ihm jedenfalls deshalb wie auch aus theologischen Erwägungen seine Förderung angedeihen lassen. Wo er sich bis zu seinem Aufenthalte in Magdeburg bewegt hat, ist nicht festzustellen, in Wittenberg hat er sicherlich im Sommer 1519 nicht gelehrt, weil ihn Luther sonst doch gekannt und Coppus darauf bezuggenommen hätte. Luther teilte am 24. Februar Spalatin, der hiernach Einhorn empfohlen hatte, mit5), dass Dr. Coppus ג) Jedem Rheinreisenden sind die Ruinen der Wernerkapelle in Bacharach bekannt. 2) Nach dem Briefe des Gregorius Coppus an Spalatin. 3) Zu Viktor von Karben, vgl. L. Geiger, Johann Reuchlin, 208. 4) Doktor Isenach ist der ehemalige Lehrer Luthers Jodocus Trutfetter aus Eisenach. Zu ihm vergl. die Biographie von Plitt. 5) Enders, II, 331.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.