Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-05-01 · Heft 5 (Mai 1904) · p. Seite 312

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 5 (Mai 1904)
Article
Heinrich Graetz
Date
1904-05-01
Page
Seite 312 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2829132-2829776-2829782-2885311--32825-2885382
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

312 Heinrich Graetz, ein Lebensbild. Mit kühner Hand wagte er es, von den geschwärzten und verdunkelten Bildern die Staubkruste ־ und das Spinngewebe abzuheben und den abgeblassten, verblichenen Konturen und Formen neue Frische und strahlenden Farbenglanz wiederzugeben. Die wichtigsten Momente, auf denen das Verdienst und die Wirkung seiner Geschichtsschreibung beruht, mögen noch besonders hervorgehoben werden. E r h a t v o r allem d■.e n richtigen Standpunkt, von dem aus der geschichtliche Verlauf des Judentums beurteilt werden muss, zwar nicht geschaffen, aber doch zuerst hergerichtet und durchgeführt; er hat allenthalben das Gesichtsfeld frei gelegt, um die verschiedenen und vielgestaltigen Phasen dieses Verlaufs leicht und sicher überblicken zu können. Es gab für ihn nur einen einzigen Vorgänger1), der als solcher in Betracht kommt, Isaak Markus Jost. Derselbe war schon 1820 mit einer »Geschichte der Israeliten seit der Zeit der Makkabäer« hervorgetreten und hatte sie bis 1829 in neun Bänden bis auf die Gegenwart hinabgeführt, woraus er 1850 einen etwas verbesserten, schon mit Abraham beginnenden Auszug »Allgemeine Geschichte des israelitischen Volkes« in zwei Bänden gegeben; aber als wirklicher Pfadfinder hat er sich dabei nicht erwiesen. Jost war ein Gelehrter, aber kein Historiker; ein edler, verdienstvoller Mann, hat er durch seine reichen Kenntl) Der Erste, der eine Geschichte der Juden bis auf seine Zeit, wenn auch trümmerhaft und mit unzulänglichen Mitteln doch im Zusammenhang abgefasst hat, war der protestantische Geistliche und Diplomat Jakob Basnage, der Historiograph der Niederlande, gest. 1723, an welchen sich Jost angelehnt hat. Der zweite Versuch einer Darstellung der jüdischen Geschichte ging von einer christlichen Amerikanerin aus, Hannah Adams aus Boston, 1818, welche nur sekundäre Quellen benutzen konnte. Vgl. über die Vorgänger von Graetz dessen Geschichte, Elfter Band, 2. Auf!., S. 409 ff.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.