Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1904)
- Article
- Heinrich Graetz
- Date
- 1904-05-01
- Page
- Seite 301 (sequence 2)
- Language
- German
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Heinrich Oraetz. Ein Lebensbild. 301 6. Im Hafen des theologischen Lehramtes. So trat denn Grätz den 1. Juli 1853 in den Dienst der in Vorbereitung begriffenen Anstalt mit der Zusicherung, falls Statuten und Plan die behördliche Genehmigung finden sollten, woran übrigens nicht zu zweifeln war, als einer der Hauptlehrer neben Frankel Verwendung zu finden1). Zu gleicher Zeit verliess sein Buch die Presse und trat vor die Oeffentlichkeit unter dem Titel »Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluss des Talmud«. Auf einem Nebentitelblatt war es zugleich bezeichnet als: »Geschichte der Juden von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart. Vierter Band«, damit von vornhinein ankündigend, dass schon mehr als der Plan und Umriss zu einer Gesamtgeschichte in seinem Geiste feststehe, und dass er eben nur mit dem vierten Band als dem erstgeborenen Buch seiner Geschichte zuerst herauskomme. Es zeigte sich als ein glücklicher Wurf, dass unser Verfasser mit der Darstellung der talmudischen Zeit debütirt hatte. Es findet sein Gegenstück, insofern man Bei׳ des überhaupt miteinander vergleichen kann, nur noch in der Biographie RaschFs, mit der Zunz, der Schöpfer der ף Die Kuratoren sowohl wie J. Lehmann hatten den Herzens״ wünsch und bemühten sich ernstlich, für Geiger einen Platz im Lehrerkollegium zu erwirken; Frankel hatte jedoch jedes Verlangen in dieser Richtung rundweg abgelehnt. J. Lehmann, der Geiger entschieden geneigt war, konnte doch nicht umhin, schon vorher in einem Schreiben vom 3. Februar 1853 an das Kuratorium aufrichtig zu bekennen: »Das Schreiben der Rabbiner-Versammlung von 1846, das ich Ihnen wieder zustellen werde, hat darum leider keinen Wert für uns, weil sämtliche darunter genannte fünf Männer (Geiger, Holdheim, Philippson, Salomon und Stein) nicht mehr diejenige Autorität in Deutschland besitzen, die ihnen das Vertrauen desjenigen Teiles der Judenheit sichert, auf den es bei Begründung eines solchen Unternehmens wesentlich ankommt.«