Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1904)
- Article
- Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg
- Date
- 1904-05-01
- Page
- Seite 296 (sequence 14)
- Language
- German
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296 Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg. es poetisch ein. Er hat es dem Würzburger Kanonikus Moritz von Bibra, dessen Familie er und sein Vater zu grossem Dank verpflichtet waren, und dem Leipziger Ratssekretär M. Aegidius Morch, dem Gönner des Graeeisten Richardus Crocus und des Cellarius, gewidmet. Ausserdem hatte er die Grammatik des Mosche Ki rne hi von Wort zu Wort übersetzt1) und gedachte, sie auch herauszugeben. Er glaubte daher, den Beweis erbracht zu haben, dass er zu der hebräischen Lektur befähigt sei, und als nun auf Mosellanus’ Betreiben ein anderer eingeschoben wurde, wandte er sich am 15. Juni 1521 mit der Beschwerde2) an Herzog Georg: »wiedass er (Mosellanus) wider eure fürstliche Verordnung eynen fremdlingen3) auss eygner durst mit seym anhanck auss der uniuersitet. zu Wittenbergk allhie hebraiss zu lesen mir entgegen und zu zweytracht der uniuersitet gefortert hodt, im auch mit seym anhanck sich eyn hie zu enthalten, eyn forderung zu thun geredet hott«. Bernhard heiratete im Jahre 1522 die Magd An־ dreas Kar 1 s tad ts4), und als er am 8. März 1523 in Schweinitz, wo er seinen Wohnsitz genommen hatte, taufte, war Luther als Pate des Kindes zugegen5). Luther schickte ihm auch in diesem Jahre6) mit einem anerkennenden Briefe seine Schrift »Dass Jesus Christus ein geborener Jude sei», und dieser Brief wurde 1524 der latei- 1) Sollte nicht etwa in der Zeitschrift für hebräische Bibliographie II, 96 Nr. 136, eine Verwechslung hiermit vorliegen? 2) Stübel, Urkundenbuch der Universität Leipzig, 440, 441. Stübel liest: Nouemanus. Die Lesung der Eigennamen lässt in der Publikation manches zu wünschen. 3) An Matthaeus Adrianus darf bei dieser Stelle wohl kaum gedacht werden, da Adrianus Wittenberg schon im Februar verlassen hatte. S. w. u. 4) Enders IV, 97 Note 1. 5) Luther an Spalatin, Schweinitz, 8. März 1523. Enders IV, 96. e) Enders, IV, 148 Note 1.