Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1904)
- Article
- Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg
- Date
- 1904-05-01
- Page
- Seite 294 (sequence 12)
- Language
- German
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294 Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg. trotz seiner geringen allgemeinen litterarischen Bildung als interimistischen öffentlichen Lehrer zuliessen. Er hat als solcher im ganzen, für welche Zeit lässt sich nicht bestimmen, ein Gehalt von zwölf und einen halben Gulden von der Universität erhalten1). Schon im November 1519 hatten die Verhandlungen mit einem gelehrten Hebräer begonnen2), die auch um Ostern 1520 zu einem Abschluss führten, und so verliess Bernhard Wittenberg und begab sich wieder zu Mosel- 1 a n u s nach Leipzig. Er wurde dort nun auch im Sommersemester 1520 als B e r na r d u s, Judeus renatus in Geppingen, hebraice lingue doctor, an der Universität immatrikuliert. Mosellan nahm ihn für mehrere Monate in sein Haus auf3), wie nahe liegt, wieder um der Erläuterung der hebräischen Sprache willen; er benutzte ihn aber bald auch als Botenläufer und zu vertraulichen Aufträgen. So ging Bernhard für ihn im November 1520 nach seiner Heimat4), um eine ihm vom Bruder zugefallene Erbschaft zu erheben und nahm Briefe an die Erfurter5) und Mutianus Rufus in Gotha und an Wolfgang Fabritius Capito in Mainz mit. Im Wintersemester 1520 ist er als Bernhardus C oppin ge r Hebraeus in die Erfurter Matrikel, vielleicht auf dem Rückwege, eingetragen worden, er hat also wohl auch dort, wie vorher Werner Einhorn damals für kurze Zeit gelehrt. 9 H. U. B. Ältestes Rechnungsbuch, Computus vom 31. Oktober 1520: »Hebreo Bernhardo duodecim florenos cum dimidio«. 2) S. hier weiter unten. 3) Als Mosellan an Capito schrieb, s. 0,N. 5, hatte er ihn schon ein halbes Jahr im^Hause. 9 Euricius Cordus wollte ihm auch auf dem Rückwege einen Brief nach Leipzig mitgeben: »cumBernhardo scribam uberius.« Cordus an Hieronymus Rupertus, Erfurt, 6. Dezember 1520. Landeshut, Wallenberg-Fenderlin’sche Bibliothek, H. 1, 2. fol. 267. 5) Zu dem Aufenthalt Bernhards in Erfurt auf seiner Rückreise gehört wohl seine Erwähnung durch Mosellanus aus dem Jahre 1521, wonach Johann Lang mit ihm schreiben sollte. C. Krause, a. a. O., 8.