Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-05-01 · Heft 5 (Mai 1904) · p. Seite 293

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 5 (Mai 1904)
Article
Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg
Date
1904-05-01
Page
Seite 293 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
83% known words query
IRI
…/2829132-2829776-2829782-2885310--32805-2885363
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg. 293 Erwähnung durch Cellarius ist er als öffentlicher Lehrer des Hebräischen in Wittenberg angestellt worden; die Matrikel führt ihn zum 28. Dezember 1519 als Bernardus Gibbignensis Constanciensis dioecesis. Wir glauben, dass er vorher in Erfurt gewesen und der von Johann Lang Luther empfohlene getaufte Jude ist, da der Erfurter Johannes Draconites aus Karlstadt ihn als seinen ersten Lehrer im Hebräischen bezeichnet1) und da Lang Bernhard um diese Zeit schon persönlich kannte und sich für ihn interessierte2). Er kam aus Leipzig nach Wittenberg. Mosellanus hatte ihn etwa um Ostern bei sich aufgenommen und hatte die Anfänge der »barbaries he־ braicae linguae«, die »ipsa utilitate sui taedium leuat«, von ihm gelernt. Bernhard stammte aus Göppingen am Geislinger Steig in Württemberg, hatte jüdische Schriftgelehrsamkeit und hiess3) als Jude Rabbi Jakob Gipher. Er trat noch vor der Scheidung Luthers von der katholischen Kirche aus Überzeugung zum Christentum über und schloss sich unter dem Eindruck der Predigten Luthers in Wittenberg eng an dessen Lehre an4־). Melanchthon und Luth*er gewannen den einfachen, zuverlässigen und sehr frommen5) Mann herzlich lieb, und das erklärt wohl, weshalb sie ihn Bernhart Gipher schik euer Wirt di Büberei, ich weiss nit besser zu nenn. 5 Lnders, IV, 97, Note 1. 2) Mosellanus an Johann Lang, Leipzig (Mense Maio 1519). C. Krause, Epistolae aliquot selectae virorum doctorum Martino Luthero aequalium, 5. 3) S. o. Note 3, unter dem Phe ist ein unerklärlicher Strich, dass es •fast wie ein Mem aussieht. 4) Enders, IV, 97, nach dem Briefe Mosellans an Capito, 13. November 1520. 5) Mosellanus nennt ihn »superstitiosior paulo«. Mosellanus an Mutianus, Leipzig, 11. November 1520. K. Gillert, Der Briefwechsel des Conradus Mutianus, II, 271.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.