Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-05-01 · Heft 5 (Mai 1904) · p. Seite 292

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 5 (Mai 1904)
Article
Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg
Date
1904-05-01
Page
Seite 292 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2829132-2829776-2829782-2885310--32804-2885362
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

292 Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg. zenten, der ganz gewiss kein Griechisch und wahrscheinlich auch nur sehr wenig Lateinisch verstand, den die Wittenberger, ohne Reuchlins wohlgemeinten Rat befolgen zu können, als Lückenbüsser hatten annehmen müssen, weil Melanchthon doch schliesslich einmal abgelöst oder unterstützt werden musste. Cellarius sprach sein übertreibendes Urteil im November 1519 aus1), Bernhard muss also schon früher dort zu lehren angefangen haben. Im Juli 1519 hatte sich Spalatin bei Melanchthon erkundigt, wer nun das Hebräische versähe, und dieser hatte ihm zurückgeschrieben2): »Der Hebräer, der bei uns ist, will nicht lesen, ich glaube, abgeschreckt durch die Schwierigkeit des Psalters, mit dem ich früher schon öffentlich begonnen habe. Solche, die Grammatik lehren wollen, sind zur Hand, aber vor den Autoren der Sprache schrecken sie, ich weiss nicht weshalb, zurück. Wenn es gut scheint, dass inzwischen Hebräisch getrieben wird, will ich dem Kurfürsten und Dir gern, was dabei von Arbeit zu leisten ist, weihen«. Aus dem Sommersemester 1519 ist in dem Rechnungsbuche der Universität nichts von Emolumenten für einen Hebräer vermerkt, der genannte kann also nur privatim gelehrt haben. Wir möchten vermuten, dass dies schon Bernhardus Hebraeus war, der sich auch zeitweilig im Jahre 1519 vor und nach der Disputation in Leipzig befand, von wo er »Doctissimo Philippo Me- Ianchthoni« die Solutiones des Johannes Rubius zuschickte3). Erst im Winter und vielleicht nach seiner x) Leipzig, VII. Kalendas Decembris. 2) Melanchthon an Spalatin, Wittenberg, 29. Juli 1519. Corpus Reformatorum, I, 104. 3) Die Solutiones, IB. Nr. 59. S. o. Er schreibt: »Doctissimo Philippo Melanchthoni Bernardus Hebreus Salutem«, und darunter in hebräischer Minuskel: איך בערנהרט גיפיאר $יק אויאר ווירט די בויבאריי איך ורייש ביט בישר צר בענן, d. h.: ich

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.