Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1904)
- Article
- Collectaneen
- Date
- 1904-05-01
- Page
- Seite 281 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Collectaneen. 281 ersten Versteile verbunden wurde und er darum den obigen Vers in folgender Weise übersetzt: וכסאסק באלן כלב מ א ר כלאך אלמחתל פי כצומה ליסת לה. IV. Doch dieses hier erwähnte Jahr 1790 — in welchem der Mischle-Kommentar Isaak Euchels vollendet wurde — ist für uns aus anderer Ursache ein bemerkenswertes Datum geworden, nämlich als das Geburtsjahr S. L. Rapaports, mit dessen Namen die neue Aera gründlicher Wissenschaftlicher Forschung unlöslich verknüpft ist. Nach einer langen Pause unserer Litteraturgeschichte, innerhalb welcher die für das gründliche Verständniss unseres mittelalterlichen Schrifttums unentbehrliche Kenntnis des Arabischen völlig abhanden gekommen zu sein schien, trat plötzlich dieser hochbegabte, scharfsinnige kritische Sohn Galiziens, wieder mit dem Rüstzeug dieser Sprachkenntnis auf den Plan. David Kimchi besass nicht mehr, gleich seinem Vater Josef Kimchi, die Kenntnis dieses wortreichen Sprach- Schatzes, ihm fehlte somit das anregende Mittel, durch Vergleichung der beiden grossen semitischen Dialekte sein Sprachgefühl zu schärfen und zu verfeinern. Seinem Geiste gieng die schöpferische Kraft ab, denn er glich der ausgekalkten Zisterne, die keinen Tropfen des angesammelten Wassers verliert, ohne den sprudelnden Quell, der neues hinzuschafft! Fast dasselbe gilt auch von Elia Levita, der noch im vorgerückten Mannesalter sich die Mühe nahm, das Griechische zu erlernen, jedoch nicht einmal ahnte, welche nützlichen Bausteine für den Ausbau der hebräischen Sprachwissenschaft die nahverwandte arabische Sprache besitzt. Auch Moses Mendelssohn, obschon seit dem englischen Kaplan Pococke so viele christliche Gelehrte das Arabische mit Eifer betrieben, scheint dem Studium dieser Sprache ganz ferne gestanden zu sein. Wohl hat er in seiner grossen Einleitung zum Pentateuch (Berlin, 1788) eine kritische Auseinander-