Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1904)
- Article
- Collectaneen
- Date
- 1904-05-01
- Page
- Seite 278 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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278 Collectaneen. 2. Talmud Bab. k. 60 b. enthält das bekannte Gleichniss von dem Ehemanne, dem seine beiden an Alter verschiedenen Frauen, die Haare aus den Wangen so gründlich ausrauften, dass er ganz bartlos wurde und man an ihm sein Alter nicht mehr zu erkennen vermochte, נמצא קרח מכאן ומכאן. — Nun bei den Römern scheint ein solches Exstirpiren der Barthaare nichts ungewöhnliches gewesen zu sein. Davon zeugt noch gegenwärtig der lateinische Ausdruck gl ab er, der einen jungen Sklaven bedeutet, dem die Bart־ haare mit der Wurzel ausgehoben wurden, damit an ihm weder sein Geschlecht, noch sein Alter kenntlich werde. II. Die 64. Sure im Koran trägt die Überschrift אלתגאבן, — nach Ullmann’s Übersetzung: »Der gegenseitige Betrug« — nämlich der Gläubigen und Ungläubiger. Und im 9. V. wird hierauf gesagt: יום יגמעבם ליום אלגמע דלך יום אלתגאבן. »Der Tag (des jüngsten Gerichts), da Gott Euch versammeln wird zum Tage der Versammlung, das ist der Tag des gegenseitigen Betrugs«. — Da jedoch kein Commentator befriedigend zu erklären wusste, worin dieser gegenseitige Betrug zwischen den Gläubigen und Ungläubigen bestehen wird, so übersetze ich meinerseits das arab. אלתגאבן die gemeinsame Täuschung« und zwar stütze ich diese meine Conjectur auf Talm. Sucka 52 a: ,לעתיד לבא מביאו הקב״ר. ליצר הרע ושחטו בפני הצדיקים ובפני הרשעים צדיקים נדמה להם כהר גבוה, רשעים נדמה להם כחוט השערה. Hier haben wir somit die gemeinsame Täuschung der Gläubigen und Ungläubigen. Es ist tatsächlich wahrhaft frappant, was alles zu den Arabern von Seiten ihrer jüdischen Lehrmeister übergegangen ist, ja wie Vieles sie ihnen sogar wörtlich nachgeschrieben haben. Sprenger, in seiner Abhandlung »Über das Traditionswesen bei den Arabern« (Zeitschr. d. deutsch-morgenl. Gesellsch., X., S. 4) citiert folgende Stelle: »Von Achmad Ibn Chanbal sagt man, dass nach seinemTode zwölf Lasten (חמל) von Noten gefunden wurden,