Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-05-01 · Heft 5 (Mai 1904) · p. Seite 275

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 5 (Mai 1904)
Article
Die Paulinische Lehre vom Gesetz
Date
1904-05-01
Page
Seite 275 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2829132-2829776-2829782-2885308--32785-2885345
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die Paulinische Lehre vom Gesetz. 275 weg mit dem an Gott, und kann ihm somit füglich auch, in Ermangelung eines jeden anderen und besseren Beweises, durch die Glaubensgerechtigkeit Abrahams oder durch jenen Vers des alttes'tämentlichen Propheten schriftmässig bezeugt erscheinen. Es ist aber auch nicht ausser Acht zu lassen, dass der Apostel selbst ein und das andere Mal doch wieder nur vom jenem älteren und ursprünglichen Glauben redet. Wir meinen insbesondere die Stelle Röm. 4, 23. 24, wo Paulus mit aller nur wünschenswerten Deutlichkeit sagt: »Es ist aber nicht nur seinetwillen (Abrabams) geschrieben, dass es ihm angerechnet wurde, sondern auch um unseretwillen. denen es angerechnet werden soll, wenn wir glauben an Den, der Jesus unsern Herrn von den Todten erwekt hat usw.« (Vgl. 10, 9b: . . . »und in de!- nem Herzen glaubst, dass ihn Gott auferweckt hat von den Todten«), Demnach würde nun der von dem Apostel gelehrte neue Glauben sich von dem alten lediglich durch das Merkmal der grösseren Intensität und Echtheit unterscheiden, indem auch wir, wie einst Abraham, glaubten an Den, »der da lebendig macht die Todten« usw. (früher 4, 17)1). Der sonst gelehrte, »Glaube an den Christus Jesus« aber wäre eben demnach nur eine Umschreibung, besser gesagt, nur eine andere Form jenes älteren Glaubens, nämlich diejenige, welche bereits auch die E r f ü 1- 1j Vgl. Lipsius zu dieser St. (a. a. O. S, 118 f.) »Der Glaube Abrahams bezieht sich nun aber seinem Inhalte nach auf den Gott, welcher die Toten lebendig macht usw. Die Ausdrücke (des Apostels) sind so gewählt, um die Uebereinstimmung des Abrahamsglaubens mit dem christl. Glauben hervortreten zu lassen. Der Gott, der die Toten erweckt, hat ebensowohl die erstorbenen Leiber des Abraham und der Sara neu belebt (V. 19), als auch Jesum Christum von den Toten erweckt usw.« Ganz so auch weiter zu V. 24 (a. a. o. S. 120): \E7d tov sYsCpavTa x/rX, bezeichnet den Grund, auf welchem die 7׳c»'<rrt; ruht. Dieser Grund ist Gott; Inhalt des Glaubens ist Christi Auferweckung. Der Glaube gründet sich auch hier auf den Gott, welcher die Toten erweckt“. 18*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.