Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1904)
- Article
- Die Paulinische Lehre vom Gesetz
- Date
- 1904-05-01
- Page
- Seite 272 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2829132-2829776-2829782-2885308--32782-2885342- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
272 Die Paulinische Lehre vom Gesetz. Geistes, wird hier ferner gelehrt, ist eine Frucht des Glaubens* 1). Letzteres bestätigt auch eine andere (jüngere) Quelle, mit dem Zusatz, dass auch hierbei auf die Glaubensgerechtigkeit Abrahams zurückgegriffen werden müsse2). Wie, wird hier noch gefragt (gegenüber der Meinung, dass Israel am roten Meer die Gabe des Geistes seinem eigenen Glauben zu verdanken gehabt habe), nach all den Wundern, welche sie dort mit eigenen Augen geschaut, hätten sie nicht glauben sollen? Nein also, lautet die Antwort, sondern nur um des abrahamischen Glaubens willen3). העוה״ז והעוה״ב אלא בזכות אמונה שנא׳ והאמין בה׳ etc., wie oben Röm. 4, 13: »Denn die Verheissung, die Abraham oder sein Same empfing, dass er die Welt zum Erbe haben solle, ist nicht durch das Gesetz vermittelt, sondern durch die Gerechtigkeit des Glaubens«. Joel, Blicke, II, S. 174 findet es »eigentümlich«, dass der paulinische Satz anstandslos auch von der Mechiltha ausgesprochen wird. Allein das Eigentümliche schwindet, sowie wir annehmen, dass die Ueberlieferung der Mechiltha (gleich der im Namen Schemaja's) älter ist, als der paulinische Satz. S. übrigens auch Schein, r. c. 23: ובאיזה זבות או׳ ישראל שירה בזכות אברהם שהאמין בהקב״ה שנאמר והאמין בה׳ היא האמונה שישראל נוחלין בה ועליו הכתוב או׳ צדיק באמונתו יחיה. — Schöttgen (z. St.), der unsere Mechiltha-Stelle bereits anführt, bemerkt dazu: »Judaei antiquiores fidem magnis laudibus extollunt, adeoque cum doctrina Apostoli conveniunt«. 1I Mech. ibid.: נדולה האמונה שהאמינו ישראל במי שאמר והיה העולם שבשכר שהאמינו ישראל בה׳ שרתה עליהם רוה״ק ואמרו שירה etc. (Auch hier schon bei Schöttgen, zu Gal. 5, 5). Hierher gehört zum Teil wohl auch der Sati: וכן אתה מוצא שאין הגלות מתכנסין אלא בשכר אמנה שנא׳ אתי מלבנון כלה etc. S. oben S. 271, Anm. 3. 2) Schein, r. c. 23, oben Anm. 4. ף ibid: א׳ ר׳ יצחק היו רואין כל אותן הניסים שנעשו להם ולא היה להם להאמין אלא א׳ ר׳ שמעון בי אבא בשביל האמונה שהאמין אברהם etc.— Hier kommt nebenbei auch der paulinische Gedanke von dem »starken« Glauben Abrahams, »Gott preisend und voll überzeugt, dass er, was verheissen ist, auch zu vollbringen vermag« (Röm. 4, 20, 21), in der dem Midrasch eigenen Weise zum Ausdruck. Der Glaube der Söhne Israels, dort am roten Meer, war nicht der rechte, starke Glaube, da das, was verheissen, ja bereits auch schon vollbracht war (das ist der Sinn der Frage: היו רואי] כל אותן הניסים etc.); wohl aber der des