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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-05-01 · Heft 5 (Mai 1904) · p. Seite 270

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 5 (Mai 1904)
Article
Die Paulinische Lehre vom Gesetz
Date
1904-05-01
Page
Seite 270 (sequence 3)
Language
German
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270 Die Paulinische Lehre vom Gesetz. des Glaubens,« und dabei habe es denn nun auch zu bleiben (V. 13 f.; cf. 9, 10 f.). Ähnlich auch im Galaterbriefe. Hier fragt Paulus zuvorderst: »Nur das möchte ich von Euch wissen, ob ihr den Geist empfangen habt durch Gesetzeswerke oder durch des Glaubens Kunde? . . . Nun also, der euch den Geist zugeführt, und unter euch Wunder wirkt, tut er es durch Gesetzeswerke oder durch Glaubenskunde?« (3, 2—5)1). Sodann geht der Apostel auch hier sofort auf Abraham über (V. 6 ff.), um — nach Einstreuung manches Anderen —־ darunter auch wieder jenes Verses des Propheten Habakuk (V. 11) — mit ihm, Abraham, auch zu schliessen (V. 15—2Ö)2). Neu ist hier im Ganzen nur der juridische Beweis, dass die »von Gott rechtskräftig gemachte Verfügung (nämlich die Verheissung an Abraham) durch das vierhundert und dreissig Jahre später gekommene Gesetz nicht aufgehoben sein kann«3). Vielmehr sei Letzteres nur um »der Über- 0 Dieser »Geist« ist, nach Lipsius (z. St. a. a. O. S. 35), »der heilige Geist, wie er auch an den Galatern sich durch die S׳jyy.jj.zig als eine göttliche Macht und als Unterpfand der messianischeu Seligkeit wirksam erwiesen hat«. Dass es, um dies gleich hier vorwegzunehmen, derselbe »heilige Geist« (יוה הקדש) ist, der uns weiter unten — gleichfalls als durch Glaubenskunde empfangener — begegnen wird, und der auch den talmudischen Lehrern, ihrerseits, als »wunderwirkender« bekannt war, braucht wohl kaum näher nachgewiesen zu werden. S. z. B. Megilla 14b, 15 a: ותלבש אסתר מלכות בגדי מלכות מיבעי ליה אלא שלבשתה רוה״ס. Da hier (bei Ester 5, 10) nicht von einem Geist der Weissagung (der normalen Funktion des רוה״ק), vgl. Weber a. a. S. 185 ff., die Rede sein kann, so kann mit dem »Anziehen des heiligen Geistes« wohl nur das dadurch bewirkte Wunder, nämlich der überwältigende Eindruck ihrer Erscheinung, gemeint sein. — Ein »Unterpfand der messianischen Seligkeit« und gewissermassen ein Vorläufer derselben ist der »heilige Geist« auch nach dem bekannten Ausspruche des R. Pinchas b. Jai'r (M. Sota IX, 15; Abod. zar. 20 b): ורוה״ק מביאה לידי תחיית המתים etc. 2) Ueber die Deutung des singularischen g~£0'jsj. (Genesis 13, 15. 17) auf Christus in V. 16, s. bereits oben Bd. 47/ S. 335. 3) S. Anhang Nr. 15.

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