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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-05-01 · Heft 5 (Mai 1904) · p. Seite 266

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 5 (Mai 1904)
Article
Haeckels "Welträtsel" und die Religion
Date
1904-05-01
Page
Seite 266 (sequence 10)
Language
German
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266 Haeckels Welträtsel und die Religion. Gotteshäuser. Als ich 1873 zum ersten Male den Orient besuchte und die herrlichen Moscheen in Kairo und Smyrna, in Brussa und Constantinope! bewunderte, erfüllte mich mit wahrer Andacht die geschmackvolle prächtige Dekoration des Innern, der erhabene und zugleich prächtige Schmuck des Äusseren. Wie edel und erhaben erscheinen diese herrliehen Moscheen im Vergleich zu der Mehrzahl der katholisehen Kirchen, welche innen mit bunten Bildern und goldenem Flitterkram überladen, aussen durch übermässige Fülle von Menschen- und Tiergestalten verunstaltet sind. Nicht minder erhaben erscheinen die stillen Gebete und einfachen Andachtsübungen des Koran im Vergleiche mit dem lauten, unverstandenen Wortgeplapper der katholischen Messen und der lärmenden Musik ihrer theateralischen Pro- Zessionen« (das.). Jeder Versuch einer ernsthaften Kritik würde die Lächerlichkeit dieser Art von Argumentation abschwächen, ganz abgesehen davon, dass die von Haeckel erhöbenen Vorwürfe höchstens den Gottesdienst der katholischen Kirche treffen. Mit welcher Dreistigkeit er aber religionsgeschichtliche Behauptungen aufstellt, ohne auch nur den Versuch zu machen, sie zu begründen, zeigen folgende Sätze: »Der Monotheismus, wie ihn Moses im Jehovahdienste zu begründen suchte, und wie ihn später mit grossem Erfolge die Propheten — die Philosophen der Hebräer — ausbildeten, hatte ursprünglich harte und lange Kämpfe mit dem herrschenden älteren Polytheismus zu bestehen. Ursprünglich war jehovah oder Japheh aus jenem Himmelsgotte abgeleitet, der als Moloch oder Baal eine der meistverehrten orientalischen Gottheiten war. Die vielbesprochenen Forschungen der modernen Assyriologen über »Bibel und Babel« haben gelehrt, dass der monotheistische Japheh-Glaube schon lange vor Möses in Babylon heimisch war« (S. 114.). Zum Schluss noch ein Beispiel, das uns darüber belehrt, was Haeckel unter gründlicher und vorurteilsfreier

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