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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-05-01 · Heft 5 (Mai 1904) · p. Seite 267

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 5 (Mai 1904)
Article
Haeckels "Welträtsel" und die Religion
Date
1904-05-01
Page
Seite 267 (sequence 11)
Language
German
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Haeckels Welträtsel und die Religion. 267 Erforschung der Wahrheit versteht. »Die Angabe der alten apokryphen Schriften, dass der römische Hauptmann Pandera oder Pantheras der wahre Vater von Christus gewesen, erscheint um so glaubhafter, wenn man von streng anthropologischen Gesichtspunkten aus die Person Christi kritisch prüft. Gewöhnlich wird derselbe als reiner Jude betrachtet Allein gerade die Charakterzüge, die seine hohe und edle Persönlichkeit besonders auszeichnen und welche seiner »Religion der Liebe« den Stempel aufdrücken, sind entschieden nicht semitisch; vielmehr erscheinen sie als Grundzüge der höheren arischen Rasse und vor allem ihres edelsten Zweiges, der Hellenen. Nun deutet aber der Name von Christus' wahrem Vater »Pandera« unzweifelhaft auf hellenischen Ursprung. In einer Handschrift wird er sogar »Pandora« geschrieben. Pandora aber war bekanntlich nach der griechischen Sage die erste vom Vulkan aus Erde gebildete und von den Göttern mit allen Liebreizen ausgestattete Frau, welche Epimetheus heiratete«. (S. 132), Also, weil Pandora nach der griechischen Sage die erste Frau ist, ist Pandera, der römische Hauptmann, Hellene! Haeckel hätte, dahin möchte ich meine Ausführungen zusammenfassen, sich mit dem wohlverdienten Ruhm des Naturforschers begnügen und sich nicht auf ein ihm fremdes Gebiet begeben sollen. Gerade als der berühmte Gelehrte hätte er seine Popularität nicht dazu benützen sollen, sein Urteil über Dinge, die er nicht genügend kennt, mit dem Anspruch auf allgemeine Anerkennung in die Massen zu tragen. Damit wird der Wahrheit ein schlechter Dienst erwiesen.

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