Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-04-01 · Heft 4 (April 1904) · p. Seite 239

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 4 (April 1904)
Article
Heinrich Graetz
Date
1904-04-01
Page
Seite 239 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2829132-2829776-2829781-2885223--32738-2885288
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Heinrich Graetz. Ein Lebensbild. 239 Folge im ersten Jahrgang der »Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums« (Oktober 1851 — Dezember 1852) eine ganze Reihe historischer Abhandlungen: »Jüdischgeschichtliche Studien«, »Recension der Rapoporfschen Encyklopädie«, »die talmudische Chronologie und Topographie«, »die absetzbaren Hohepriester während des zweiten Tempels«, welche Abhandlungen sämtlich grosse Gelehrsamkeit, klaren Ueberblick und gereiftes Urteil bekunden. Es waren dies Vorarbeiten und Fundamente für die Darstellung der Ereignisse vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluss des Talmud, mit der er sich lange schon herumgetragen, und welche er nun in raschem Fluss niederschrieb und fertigstellte. Mittlerweile mag wol im Laufe des Jahres 1852 bei der Behörde des Bezirksamts ein Wechsel eingetreten sein, oder der Wind umgeschlagen haben, denn Graetz macht auf einmal wider alles Erwarten die ganz überraschende und schmerzliche Wahrnehmung, dass die unermüdlichen Ränke und böswilligen Denunziationen bei dem Bezirkshauptmann endlich doch verfangen hatten. Schwere Kränkungen und Demütigungen drohten ihm, die versuchte Gegenwehr erwies sich als aussichtslos, daraufhin kündigte er in Lundenburg sein Amt. Es trieb ihn jetzt in das preussische Vaterland zurück, und er entschloss sich, mit seiner Familie nach Berlin überzusiedeln. Ihn leitete dabei die Hoffnung, dort für die Geschichte des talmudischen Zeitalters, die er fast druckreif beendet hatte, leicht einen Verleger zu finden. Es lag auch der Gedanke nicht fern, dass er zur Ausführung seines Planes, der auf eine Gesamtgeschichte der Juden gerichtet, bereits seinem Geiste deutlich vorschwebte, einer an Bibliotheken reichen Stadt, wie Berlin, füglich gar nicht entbehren könne, ln der zweiten Hälfte des September 1852 traf er in Berlin ein, woselbst ihm Dr. Michael Sachs und andere Freunde wohlwollend und dienstwillig zur

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.