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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-04-01 · Heft 4 (April 1904) · p. Seite 240

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 4 (April 1904)
Article
Heinrich Graetz
Date
1904-04-01
Page
Seite 240 (sequence 17)
Language
German
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IRI
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240 Heinrich Oraetz. Ein Lebensbild. Seite traten. Sachs vermittelte ihm die Bekanntschaft des vortrefflichen Dr. Veit, der den Verlag seines Buches übernahm. Im Winterhalbjahr 1852/58 hielt er, vom Berliner Gemeindevorstand aufgefordert, neben Zunz und Sachs geschichtliche Vorlesungen für Kandidaten der jüdischen Theologie, die beifällig aufgenommen wurden1). Als er um x) J. Lehmann, der um die Gründung des jüd.-theol. Seminars zu Breslau durch tätigen Eifer sich hochverdient gemacht, berichtet hierüber (Akten des Kuratorium der FränkePschen Stiftung betreff, das Seminar I, Vol. 1): »Es wird nämlich allabendlich im Lokale der jüdischen Gemeinde-Knabenschule zwischen 7—S Uhr eine Vorlesung für Kandidaten der jüdischen Theologie gehalten, und zwar liest Dr. Zunz über rabbinische Litterntur, Dr. Graetz über jüdische Geschichte und Dr. Sachs über die Sprüche Salomonis. Die Vorlesungen sind sehr besucht: von etwa 25—30 Rabbinats-Kandidaten, welche sehr eifrig nachschreiben und von einem Dutzend gelehrter jüdischer Hospitanten. Besonders Zunz machte augenscheinlich einen sehr be~ lebenden Eindruck auf die Zuhörer; denn der trockene Gegenstand seines Vortrages war mit pikanten Bemerkungen über Eisenmenger und Karpzow, Wagenseil und Richard Simon gewürzt, wobei es an Seitenhieben auf die Gegenwart auch nicht fehlte. Sachs hatte an dem Abend, als ich seine Vorlesung besuchte, eben erst mit der Einleitung in die Exegese der Proverbien begonnen, wobei er mir im Ganzen etwas zu abstrakt erschien, wiewol es an schönen Gedanken und an noch schönerem Vortrag derselben nicht fehlte. Herr Dr. Graetz ist ein junger Mann, der von kompetenten Beurteilern sehr gerühmt wird* Sein Geschichtsvortrag soll sehr viele neue Daten und Zusammen- Stellungen geben, doch habe ich ihn selbst noch nicht gehört. Derselbe soll früher in Breslau gewesen sein und ist von Lundenburg, wo er sich zuletzt aufgehalten, auf Veranlassung von Dr. Sachs hieher gekommen. — Die Einrichtung dieser drei Vorlesungen an sechs Abenden ist von dem jüdischen Schulvorstande der Gemeinde veranlasst, der die Mittel dazu (ca. 1200 Rth.) aus dem Legaten-Fonds der Talrnud-Thorah überwiesen hat, welches Recht ihm zwar von einigen Seiten bestritten wird, doch hat er einstweilen die Autorität des Gemeinde-Vorstandes und die Zustimmung des gebildeten jüdischen Publikums auf seiner Seite. — Ich habe dieses Alles vorangeschickt,, um Sie danach abmessen zu lassen, dass die Urteile der von mir befragten Männer über das Breslauer Projekt gewissermassen schon

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