Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-04-01 · Heft 4 (April 1904) · p. Seite 222

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 4 (April 1904)
Article
Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg
Date
1904-04-01
Page
Seite 222 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2829132-2829776-2829781-2885222--32720-2885271
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

222 Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg. Urteil, denn dagegen, dass er ein getaufter Jude sein sollte, hat sich Bösch enstein noch später in Nürnberg kräftig verteidigt1). Sein Lebenspfad war auch fernerhin nicht mit Rosen betreut2), am besten, erging es ihm noch ■in Augsburg, wohin er sich wandte und wo er bei dem Dr. med. und Druckherrn Sigismund Grimm freundliche Aufnahme fand, obgleich er auch dort nicht ohne Anfechtung blieb. 1521 fand er eine Anstellung an der Universität Heidelberg, aber unter ziemlich kläglichen Verhältnissen3), 1522 war er in Antwerpen, dann unterwies er in Zürich Ulrich Zwingli im Hebräischen. Im Jahre 1523 kam er wieder nach Augsbürg! 1525 zog er wieder nach Nürnberg und unterrichtete dort auch an der Melanchthonschule4), 1527 war er in Basel, 1529 siedelte er nochmals nach Nürnberg über und wurde dort deutscher Schulhalter, 1533 nahm er seinen Abschied, um 1534 ebenfalls Schuihalter in Nördlingen zu werden, wo es ihm ganz elend ging. 1540 starb er endlich 68 Jahre alt. Er hatte sich trotz seiner Wittenberger Erfahrungen früh der Reformation angeschlossen und war, obgleich Priester, in die Ehe getreten. Seine reiche schriftstellerische Tätigkeit ist von Wiedemann gewürdigt worden5). Für das Hebräische von Wichtigkeit waren besonders seine Ausgabe6) der Rudimenta des Mosche Kimchi (1520 ׳) L) J. Böschenstein, Ain Diemitige Versprechung. IB. Nr. 9 נ. 2) Wiedemann, a. a. O., 74, 75. 3) L. Geiger, Das Studium der hebr. Sprache, 89, 90. Die dort auch angeführten Dozenten Valentin Kleymann (1531) und Valentin Mikrander (1538) sind eine Person. In der Matrikel 1521 September 9: Valentinus Cleynmann de Oringen, qui in rectoratu precedenti non fuit inscriptus. Baccal. 1523 Dezb. 1, Magister 1528 August 13. 4) C. Krause, Helius Eobanus Hessus, II, 12, nach einer bisher übersehenen Notiz von Eobanus Hessus. 5) Störend bei Wiedemann ist sein fanatischer Hass gegen die Reformatoren, der ihn z. B. Böschenstein als Übersetzer Luther gleichstellen lässt! G) IB. Nr. 16.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.