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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-04-01 · Heft 4 (April 1904) · p. Seite 219

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 4 (April 1904)
Article
Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg
Date
1904-04-01
Page
Seite 219 (sequence 6)
Language
German
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Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg. 219 heut, wo er abwesend ist, inbezug auf die Vertretung des Hebräischen mit Schmähungen an und schwärzt ihn durch Herabsetzung an. Ich habe mir für nicht wenig Geld von Böschenstein einige Psalmen erklären lassen, und er hat während deren Interpretation immer wieder den Wunsch eingemischt, wegen des ungenügenden Wassers und seiner Kränklichkeit vielleicht nach der Heimat zu gehen, und er hat fortwährend gestöhnt: »O, wenn ich doch von unserm erlauchten Fürsten die Gunst, Weggehen zu dürfen, hätte!« Ich habe, durch das ewige Nörgeln verstimmt, endlich zu ihm gesagt, Dr. Christannus Beyer hätte mir mitgeteilt, dass ein anderer Professor der hebräischen Sprache dasei, der ausserdem Lateinisch und Griechisch verstünde, und ich wüsste, dass dieser der öffentlichen hebräischen Lektion beigewohnt habe. Das habe ich getan, um ihm zu* gleich anzudeuten, dass der Fürst ihm ohne Schwierig״ keilen die Erlaubnis zum Weggehen geben werde, und um das unaufhörliche Gejammere zu beseitigen. Und die Not־־ lüge hatte Erfolg. Denn nachdem er das gehört hatte, Hess er sogleich vom Jammern ab, er zählte die Kenner des Hebräischen auf und suchte zu erraten, wer da sei. Er zählte auch Bartholomäus Caesar mit auf und lobte ihn ganz besonders, weil er soviel Jahre schon Hebräisch getrieben habe und unter ausgezeichneten Lehrern, wie z. B. Rabani1) und Johann Reuchlin; aber er glaubte nicht, dass dieser hier sei, da er als Sohn eines wohlhabenden Vaters es gar nicht nötig habe zu lehren; kurz er lobte Caesar in jeder Hinsicht. Aber jetzt, offenbar durch den Wind anderer getrieben, greift er Caesar, vielleicht durch einen Abgönner bestochen, vielfällig an. Übrigens will er, wenn er den Urlaub vom Fürsten erhält, nach Aufhören der Seuche nach Michaelis l) Bei Olearius, 54, steht: dicebat etenim, illum raboni et D. Joannem Reuchlin educasse. Über Raboni-Rabani kann ich nichts beibringen.

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