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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-04-01 · Heft 4 (April 1904) · p. Seite 218

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 4 (April 1904)
Article
Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg
Date
1904-04-01
Page
Seite 218 (sequence 5)
Language
German
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־218 Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg. beherrscht. Auch über die Rede äusserte sich unser Hebräer beifällig. Ich bitte dich, sorge dafür, dass unser »Vetulus« die Erlaubnis zum Abgänge erhält, sonst wird er gegen unseren Willen zur Schmach der Universität davongehen. Unser Caesar, der auch im Lateinischen und Griechischen gelehrt ist, wird nach Bamberg gehen, um dort meine Briefe zu erwarten. Habe acht, dass nicht die Leipziger, die sich um ihn bemühen, uns zuvorkommen und uns den frischen jungen Mann wegschnappen«. Bösch enstein war in der Tat auf dem Sprunge fortzugehen, aber aus Vorsicht gab er seine Stellung nicht sofort ganz auf, sondern bat nur um zeitweilige Beurlaubung wegen Krankheit1), und die Universität befürwortete (Januar 13.) sein Gesuch2). Es müssen aber doch auch andere Urteile über Caesar an Spalatin gelangt sein, denn er zögerte offenbar, vorschnell zu handeln. Er wandte sich noch einmal, vermutlich ehe die Sache dem Fürsten vorgelegt wurde, an Karlstadt, und dieser entgegnete3) mit einer sehr wortreichen Epistel (14. Januar): »Ich beharre dabei«, schrieb er, »die Rede und die Gelehrsamkeit des so sehr bescheidenen Jünglings Caesar zu billigen, und gleite vor dem Anlauf der Missgunst und dem des Nordwindes nicht zurück, sondern sage standhaft, dass mir Kaisers Begabung, Gelehrsamkeit, Unterhaltung, Bescheidenheit und Eifer für die Wissenschaften ausserordentlich gefallen haben. Ja, ich glaube, dass er nach wohlbegründeter Überzeugung nicht nur in einer Hinsicht so beschaffen ist, dass er der Universität Glanz und auch etwas Förderung zu bringen imstande ist; er hat ja das Lob Böschensteins errungen! Allerdings dieser, der ihn öffentlich und privatim gerühmt hat, greift ihn 1נ W. G. A., Reg. O. 136. Ohne Datum. 2) W. G. A., Reg. O. 136. 1519. Sonnabend nach dem achten Tag Epiphaniae. 3) Olearius, Scrinium, 53.

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