Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 4 (April 1904)
- Article
- Die Maultiere und die Wagen des Patriarchen Jehuda I.
- Date
- 1904-04-01
- Page
- Seite 196 (sequence 4)
- Language
- German
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1Q6 Die Maultiere und die Wagen des Patriarchen Jehuda I. auch vom Esel gezeugt, darf mit einem Pferd eingespannt werden (vgl. Chullin 79a). In Tos. Kilaj. I, 8 (b. Chullin 79a) sagt R. Jehuda: Ein Maulesel darf weder mit einem Hengst, noch mit einem Esel gepaart werden. In b. Sabb. 51 b (jer. V, 7 b, 9, Tos. IV, 1) teilt R. Ismael, R. Jose’s Sohn, dem Patriarchen Jehuda I. mit, dass sein Vater gelehrt habe: Vier Tiere dürfen am Sabbat mit dem Zaum ausgehen: das Pferd, das Maultier, das Kameel und der Esel. Es scheint, dass die Lehrer, die bis zu den hadrianischen Verfolgungen in Judäa lebten und lehrten, keinen Anlass hatten, über die Zulässigkeit der Verwendung von Maultieren zu handeln, weil solche in Judäa nicht gebräuchlich waren. Erst durch ihre Einwanderung in Galiläa dürften sie durch das praktische Leben auf die Frage aufmerksam geworden sein. Denn der jüdische Bauer in Palästina arbeitete mit Kühen als Zug- und mit Eseln als Lasttieren; Maulesel scheinen Luxus gewesen zu sein, der in den galiläischen Städten, in Sepphoris und Tiberias bei den vornehmen und reichen Juden vorgekommen sein mag. Das Geschlecht der aus Judäa eingewanderten Lehrer, unter diesen der Patriarch Simon b. Gamliel, besprach die Zulässigkeit der Maultiere, sowohl allein, als auch mit den anderen, verwandten Tieren, dem Esel und Pferde. Da sich die massgebenden Lehrer für dieselbe ausgesprochen hatten, eignete sich der Sohn Simons, der Patriarch Jehuda I., den Luxus auch an, der als Zeichen der Vornehmheit dann in seiner Familie beibehalten wurde1) (vgl. II Reg. 5, 17 und I Chron. 12, 41). Wozu Rabbi seine Maultiere verwendete, darüber fehlt jede besondere Nachricht; aber es ist anzunehmen, dass 9 Vgl. jer. Baba kamma II, 2 d, 56: R. Abba b. Memel kam zu R. Hoschaja und R, Judan, dem Patriarchen mit der Frage: Wenn das Tier mit dem Schweife gewedelt, wie die Maulesel, wie verhält es sich dann? In älterer Zeit finde ich diese noch in Bechor. 22a, wo R. Eleazar b. R. Zadok aus den Jahren vor 70 erzählt: כך דדו מפרשין בירושלים כפרידה שכורעת להטיל מימיה ונראית פיקד מתוך פיקד.