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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-03-01 · Heft 3 (März 1904) · p. Seite 176

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 3 (März 1904)
Article
Heinrich Graetz
Date
1904-03-01
Page
Seite 176 (sequence 16)
Language
German
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176 Heinrich Oraefz. Ein Lebensbild. an Versehen und Nebendinge sich anklammern und hierdurch dartun, welches Gewicht dem Auftreten seines jungen Antagonisten beigemessen wurde. Jedenfalls hatte Graetz die Aufmerksamkeit weiterer Kreise auf sich gezogen, und gar zu Breslau auf der Karlsstrasse war er mit einem Schlage in den Mittelpunkt des Tagesinteresses getreten. Die Orthodoxen knüpften mit ihm an, wiewol er sie keinen Augenblick darüber im Ungewissen Hess, dass ihr Parteiprogramm von ihm nicht gebilligt und ihre religiösen Anschauungen nicht geteilt würden, dass er vielmehr seinem eigenen Kopfe folge und sich nur von der unverwüstlichen Anhänglichkeit an das positive Judentum leiten lasse; indess hielt er sie von manchen törichten und fanatischen Schritten zurück und gab ihnen den Rat, da Geiger trotz aller orthodoxen Opposition mit starker Hand eine Religionsschule än’s Leben gerufen, welche auch prosperirte, die Fühlung mit dem nachwachsenden Geschlecht sich nicht entwinden zu lassen und eine ähnliche Religionsschule in konservativem Geiste zu schaffen. Der Rat schien auf fruchtbaren Boden zu fallen, und man bedeutete den Berater, dass man die Absicht habe, ihn mit der Organisation und Leitung einer solchen Schule zu betrauen, vorausgesetzt, dass er bis dahin einen akademischen Grad erlangt haben würde. Da auch bei Rabbinatsvakanzen bereits an ihn gedacht und von ihm gesprochen wurde, musste die Promotion beschleunigt werden, und in einigen Wochen angestrengter Arbeit stellte er seine Dissertations- Schrift fertig: »De autoritate et vi, quam gnosis in Judaismum habuerit«, auf welche er April 1845 von der Universität Jena zum Doktor promovirt wurde. Die Abhandlung wurde noch im selben Jahr unter dem Titel: »Gnostizismus und Judentum« als seine erste selbständige Arbeit veröffentlicht. Die eingehende Kenntnis der patriotischen Litteratur, die geschichtlich individualisirende Auffassung verschiedener Talmudstellen, eine glückliche Kombinationsgabe, welche

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