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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-03-01 · Heft 3 (März 1904) · p. Seite 158

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 3 (März 1904)
Article
Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg
Date
1904-03-01
Page
Seite 158 (sequence 14)
Language
German
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158 Die Einführung des Hebräischen in Wiitenberg. wie er hier nicht ohne Berechtigung statt Kimchi sagt, auf die »Tertia grammatica« und für Punctorum vel troporum genera musicalia auf die zu erwartenden Arbeiten von Reuchlin und Kaspar Ammon verwiesen. Die Lesestücke1) sind dreisprachig, hebräisch, lateinisch und deutsch, neben einander gesetzt. Derselben Zeit gehört seine deutsche Übersetzung der Confessio Hebraeorum (Judenbeichte) an2). Im Jahre 1515 schloss er ein Vocabularium hebraicum secundum ordinem alphabeti ab3), das jedoch niemals gedruckt worden ist. In Augsburg wirkte er lehrend und schriftstellerisch auch als Rechenmeister4), d. h. als privater Rechenlehrer; diese Disziplin ist erst durch die Reformatoren in die Schulen eingeführt worden. Vorher, etwa von 1505 an, soll er (ohne offizielle Anstellung) Hebräisch in Ingolstadt gelehrt5) haben. Es dürfte jedoch seine Wirksamkeit daselbst einige Jahre später anzuselzen sein, da zu seinen Schülern Andreas Os i an der zählte, der »etlich Lobgesang Davids des Propheten in Hebräischer Sprach« bei ihm gehört und sich gegen ihn »freundlich erzaygt und gar brüderlich erbarlich gehalten« hat6). In Wittenberg begab er sich sofort an die Abfassung 1j Mehrere Lesestücke sind in Matthaeus Adrians Übersetzung gegeben. 2; Wiedemann. a. a. O., 78. 3) M. Steinschneider, Die hebräischen Handschriften der k. Hof- und Staatsbibliothek in München, 124 Nr. 259, 3: Vocabularium hebraicum secundum ordinem alphabeti. Finis huius operis per Johannen! Böschenstain cesaree maiestatis capellanum feliciter factus anno domini 1015 die Mercurii 29. Junii. 4) Er gab 1514 in Augsburg ein Rechenbuch heraus, das mehrere Auflagen erlebte. Wiedemann, a, a. O., 77. 5) Nach Mederer, Annales academiae lngolstadiensis, I, 68. Von einer Berufung kann zu dieser Zeit nicht gesprochen werden. In der Matrikel fehlt Böschenstein. 6) Joh. Böschenstein, Ain Dieiuitige Versprechung. IB. Nr. 19.

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