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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-03-01 · Heft 3 (März 1904) · p. Seite 159

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 3 (März 1904)
Article
Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg
Date
1904-03-01
Page
Seite 159 (sequence 15)
Language
German
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Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg. 159 einer ausführlicheren Elementargrammatik, Hebraicae grammaticae institutiones1), die er schon im November beendete und als Zeichen des Dankes Kurfürst Friedrich, »pio foelici«, widmete. Wenn er sich auch Luthers Forderungen nicht ohne Widerstand fügen wollte, so bezeichnete, er doch in der Vorrede den Charakter der Universität ganz richtig, indem er Friedrich deshalb lobte, dass er statt leere Ruhmestitel zu erstreben, seinen Sinn auf die Wissenschäften gerichtet habe, und zwar auf die, die mit der Frömmigkeit verbunden und zur Verbesserung der Sitten, zur Richtschnur für das Leben und zur Bildung des Geistes besonders geeignet seien. Ein bis in die Nachwelt dauerndes Denkmal seines Namens habe er sich so damit errichtet, das er die echten Wissenschaften des reinen Glaubens zuerst in Deutschland in Wittenberg habe verbreiten lassen, dass Lateinisch und Griechisch und, was bisher vom Anfange wissenschaftlicher Bestrebungen an unerhört sei, dass nun auch unter seinen Auspizien Hebräisch gelehrt werde. Daher, fährt er fort, wolle er ihm, der als erster von allen das Hebräische in die öffentliche Schule gerufen habe, er, der als erster in ganz Deutschland vor zwanzig Jahren diese Wissenschaft zu lehren angefangen habe, jetzt als alter Mann (iam senex, 46 Jahr alt!) sein Können erweisen. Wieder klagte er über die ihm von seinen Gegnern bereiteten Gefahren, dass er von den Juden als Verbreiter ihrer Sprache gehasst und von ungelehrten Priestern wegen seines Umgangs mit Juden verdächtigt worden sei, während er doch nur den Juden die wilden Reben habe wegnehmen und in den Weinberg des Herrn verpflanzen wollen. Ganz wolle er davon schweigen, dass er als mit der grössten Treue Lehrender »ab atrato quodam circulatore« — d. h. doch von einem schwarzen Bettelmönch2), also von einem 1j IB. No. 14. 2) An Luther darf doch wohl hier kaum gedacht werden? Vielleicht ist Kaspar Ammon damit gemeint?

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