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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-03-01 · Heft 3 (März 1904) · p. Seite 154

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 3 (März 1904)
Article
Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg
Date
1904-03-01
Page
Seite 154 (sequence 10)
Language
German
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154 Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg. Philosophie und für die hebräische wegen der wahren Theologie öffentliche Auditorien eingerichtet und Lehrer derselben mit schönem Gehalt eingeladen. So hast Du das Leben der Deutschen eingerichtet, dass die, die bisher barbarisch dachten und redeten, nun lateinisch sprechen und die griechisch schreiben, die vorher nicht lateinisch schreiben konnten, dass jetzt wahrhaftige Theologen im Preise steigen werden wegen der die heiligen Orakel enthüllenden hebräischen Sprache, die man die heilige nennt, sie, die bis zum heutigen Tage nach der Sitte der Theosophisten (d. h. der scholastischen Theologen) nicht einmal bei ihren Sophismen und Corollarien zu stottern wussten. Um Fundamente für diese Sache zu legen, biete ich, der untertänige Ministeriale Deiner Milde und kunstreiche, durch Gottes Güte mit mannigfachen Formen ausgestattete Drucker, Deiner Hoheit für den Anfang in der hebräische Sprache und zum Aufbau Deines Wittenberger Auditoriums dieses grammatische Buch des hochgelehrten Juden Rabbi Moses Kimchi als Gabe dar«. Die Grammatik gibt nur den hebräischen Text, doch ist jeder Textseite zur Übersetzung und zu Notizen eine leere Seile gegenüber beigegeben. Der jüdische Herausgeber war ein sonst unbekannter Raphael. In den ersten Tagen des Novembers (wahrscheinlich am 2.) ist Böschenstein in das Wittenberger Album eingetragen worden: Johannes Boschenstein de E s 1 i n g e n, privilegiatus Cesaree Maiestatis pbr., Hebraice ligwe (!) interpres, diocesis Constanciensis1). Kaum war auch Luther wieder nach Wittenberg zurückgekehrt, so begannen, schon im November, aber in anderer Weise, als Luther befürchtet hatte2), Reibungen, *) Die Verworrenheit des Eintrags fällt ins Auge, sie ist wohl beim Übertragen aus der Inscriptionsliste in das Album entstanden. Das »presbyter« gehört hinter interpres. Er pflegte sich auch sonst als Priester zu bezeichnen. Wiedemann. 77 Nr. 2, 78 Nr. 4. 2) Luther an Spalatin, Wittenberg, 12. November 1518. Enders 1, 278.

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