Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 3 (März 1904)
- Article
- Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg
- Date
- 1904-03-01
- Page
- Seite 152 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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152 Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg. bürg. Der Erwählte war Johann Bö sch enstein1). Luther verhandelte von Augsburg aus mit Spalatin wegen der Reisegelder2) für Böschenstein und empfahl diesen (11. Oktober), als er nach Wittenberg aufbrach, an Melanchthon, der ihn, ohne ihn persönlich zu kennen, schon vorher Luther empfohlen hatte3). Luther zeichnete ihn in seinem Briefe als einen ängstlichen und miss־ trauischen Menschen und sprach die Befürchtung aus, dass diese Eigenschaften störend auf einen vertraulichen Umgang wirken würden, aber er bat doch für ihn um freundliche Aufnahme. Das Gehalt für diesen ersten Hebräer belief sich vermutlich auf sechzig Gulden jährlich, denn der Rektor des Wintersemesters 1518/19 verrechnete für ihn zwölf Gulden und elf Groschen4), und nach seinem Abgänge stand noch ein Rest von zwei und einem halben Gulden zur Verfügung5); er hat aber nur etwa drei Monate gelehrt. Während die Besetzung der neugeschaffenen Professur noch schwebte, beschäftigte sich Melanchthon, der, ב) Zu Johann Böschenstein vergl. J. F. Köhler, Beyträge zur Ergänzung der deutschen Litteratur und Kunstgeschichte, II, 1 f.; C• Prantl, Geschichte der Ludwig-Maximilians-Universität in Ingolstadt etc., H, 486; Th. Wiedemann in der Oesterreichischen Vierteljahrs» schritt für katholische Theologie, II. Jahrgang, 70 f.; L. Geiger, Das Studium der hebräischen Sprache, 48 f., 89, 93, 135. 2) Luther an Spalatin, Augsburg, 10. Oktober 1518. Enders 1, 241. Christoph Scheurls Briefbuch, I, 59. 3) Luther an Melanchthon, Augsburg, 11. Oktober 1518. Enders 1, 244. 4) H. U. B. Ältestes Rechnungsbuch der Universität. Computus vom 28. Mai 1519. Eigentlich verrechnete der Vicerektor Sebastian Küchenmeister für den Rektor, Herzog Barnim von Pommern : exposuit in rem uninuersitatis, scilicet Hebreo Joanni Boschensteyn duodecim florenos et undecim grossos«. 5) A. a. O. Der Universitäts-Thesaurarius Petrus Lupinus verrechnet: »duos florenos cum dimidio de Salario Hebrei Joannis Boschensteyn«.