Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 3 (März 1904)
- Article
- Isaak b. Mose Or Sarua
- Date
- 1904-03-01
- Page
- Seite 138 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2829132-2829776-2829780-2885137--32623-2885164- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
138 Isaak b. Mose Or Sartia. dem Tossaphisten Eiieser aus Böhmen identisch — einen Schüler des R. Tarn, nach dessen Vorträgen er Tossaphot anlegt. (11 32b, vgl. Elia Misrachi Rga. 53). Er lebte in רוסיא, das ist Reussen (AS. § 118) und wird II 79a Sanli. § 98, AS. § 130, 244, 256, 262 angeführt; 3. Abraham b. Asriel, den Verfasser des »Arugath ha-Bossem« und Machsorcommentator II 48a, vgl. ChOS. Nr. 185. Aus seinem Werke hat der selige Prof. Kaufmann in der Monatsschrift 1882 (XXXI), S. 316—24, 360—70, 410—22, 564—66, aus seinem Machsorcommentar im Magazin 1886 (XIII) S. 129—60 Vieles mitgetheilt; 4. Isaak b. Mordechai — ריב״ם — in Prag I 200 b, H 120, 178. BK 62 §. Diese Gelehrten standen mit Deutschland in Verbindüng; Isaak b. Mordechai lebte später in Regensburg, Eiieser b. Isaak in Speier. Auch unseren Verfasser finden wir in den letztgenannten Städten. Er führte ein unstätes Wanderleben und suchte die namhaftesten Lehrhäuser seiner Zeit auf, um seine Kenntnisse zu vermehren, ln dieser Zeit war das Talmudstudium nur durch persönliche Übergabe und Übernahme von Mund zu Mund möglich. Der halachischeStoff war noch flüssig, und die Erklärung der Tractate musste unmittelbar von den Lehrern gehört werden. Wohl mögen auch äussere Lebensumstände IOS. zu seiner Ruhelosigkeit gezwungen haben. Er war ein armer Mann, wie er in der Einleitung seines Werkes (1 12b) bemerkt: אשר גדל בעוני ובטלטלים, Aber auch dies gehört zur Charakteristik der Zeit, gerade so wie der Wandertrieb der jüdischen Gelehrten. Wissensdrang und Wandernot gehen Hand in Hand und gehören zu einander, und oft ist der erste Umstand das leitende Motiv gewesen, ln Regensburg ist es R. Jehuda ha-Chassid und sein Sohn Aharon, die auf unseren Verfasser von Einfluss sind. Von R. Jehuda dem Heiligen hat er die religiöse Gemütsrichtung, den Hang zur Verinnerlichung der Gebräuche, die mystische Anschauung, vielleicht auch das Princip, haggadische Stellen zu deuten.