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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-02-01 · Heft 2 (Februar 1904) · p. Seite 100

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 2 (Februar 1904)
Article
[Rezension]
Date
1904-02-01
Page
Seite 100 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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100 תורה נביאים וכתובים עם פירוש מדעי Werkes benützt hat. Indessen sei hervorgehoben, dass Chajes nicht etwa eine Compilation bietet, sondern überall den Eindruck erweckt, dass er mit selbständiger Ueberlegung unmittelbar an den Text und die an ihn sich knüpfenden Fragen und Probleme herantritt und die den Vorgängern entnommenen Erklärungen vermittels reiflichen Nachdenkens sich angeeignet hat. Jedem Psalm schickt er eine sehr gedrängte Einleitung voran, in welcher in üblicher Weise der Inhalt des Psalmes angegeben, ferner seine »poetische Form« dargelegt wird, worunter er aber nur die Gliederung des Psalmes in strophenartige Bestandteile versteht, endlich Vermuthungen über die Abfassungszeit des Psalmes aufgestellt werden. Weder ist von einer eigentlichen Strophik, noch von einem Metrum der Psalmen die Rede. Was den Inhalt der einzelnen Psalmen betrifft, ist der Verfasser nirgends der Frage über das «Ich» der Psalmen auch nur andeutungsweise näher getreten; er scheint davon auszugehen, dass durchaus als Subjekt der dichterischen Ergüsse in den Psalmen der einzelne Dichter betrachtet werden muss, nicht die Gesamtheit der betenden Gemeinde. In der Bestimmung der Abfas־ sungszeit stellt sich Ch. zur äussersten Linken der Bibelforscher. Den überwiegend grössten Teil der bisher erklärten 72 Psalmen lässt er in der makkabäischen oder der ihr unmittelbar vorhergehenden Zeit entstehen; und auch wo er die Frage der Enstehungszeit unbestimmt lässt, bringt er oft Argumente, die ihn geneigt machen, den Psalm dem makkabäischen Zeitalter zuzuweisen. Es ist abzuwarten, wie sich der Verfasser hinsichtlich der weiteren Psalmen, sowie principiell über die ganze Frage in der allgemeinen Einleitung äussern wird. Vorexilische Psalmen nimmt er, wie es scheint, überhaupt nicht an, wenigstens keinen mit annähernder Gewissheit. In Bezug auf Ps. 18 »stimmt er der Meinung derjenigen zu, die annehmen, dass ihn ein Dichter zur Zeit des zweiten Tempels ver-

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