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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-02-01 · Heft 2 (Februar 1904) · p. Seite 95

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 2 (Februar 1904)
Article
Heinrich Graetz
Date
1904-02-01
Page
Seite 95 (sequence 9)
Language
German
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Heinrich Graetz. Ein Lebensbild. 95 «Entschluss ist, Tauroh um ihrer selbst willen zu lernen, so «sind Sie mir von Herzen willkommen, und ich werde Sie «(1פסח הבע״ל bei mir sehen. Eine Bitte habe ich doch voraus- «zuschicken. Sie haben sich im Feuer des Gefühls ein Ideal «vom Verfasser der Briefe entworfen, das weit, weit über «die Wirklichkeit ragt. Reduziren Sie daher dieses Bild auf «die Hälfte, ja auf das Viertel Ihres Ideals,und prüfen Sie «sich, ob Sie auch dann noch zu ihm sich hingezogen «fühlen; erwarten Sie keinen schon vollendeten Meister, «sondern einen selbst noch im Forschen begriffenen Mann, «und sagt auch dann Ihr Inneres noch : «Ja», so kommen «Sie. Gerne würde ich es aber sobald als möglich wissen, «ob ich Sie nach Pessach zu erwarten habe, weil ich da- «nach ein anderes Verhältnis zu ordnen haben würde. «Teilen Sie mir auch, wenn Sie nichts dagegen haben, «gefälligst mit, auf welche Weise Sie hier sich Ihre Exis- «lenz zu sichern beabsichtigen. Sie werden mir diese Frage, «hoffe ich, weder verargen noch missdeuten. Sie geschieht «nur deshalb, weil ich gerne bereit bin, wenn Sie vielleicht «dessen bedürfen, zur Erleichterung derselben während «Ihres hiesigen Aufenthaltes nach Kräften beizutragen. «Sprechen Sie sich daher so offen und ohne Scheu gegen «mich aus, wie ich es offen gewagt, diese Frage an Sie «zu richten. Es grüsst Sie freundlichst — Oldenburg, 26. «Dezember 1836.« — Dieses Schreiben beantwortete Graetz dahin, dass er aus vollem Herzen?Ja« sage, es sei sein höchstes Streben, sich dem wahren Judentum und seiner Lehre zu widmen, er trage besondere Begehr, die Lehrmethode des Mannes, den er so sehr bewundere, im Talmudstudium und namentlich in der Halachah kennen zu lernen; was die Existenzfrage betreffe, so genüge ihm die einfachste Befriedigung der unentbehrlichsten Bedürfnisse, einen kleinen Zuschuss würden ihm die Eltern schon leisten. *) «Nächsten glücklichen Pessach».

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