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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-02-01 · Heft 2 (Februar 1904) · p. Seite 79

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 2 (Februar 1904)
Article
Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg
Date
1904-02-01
Page
Seite 79 (sequence 3)
Language
German
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Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg. 79 ln Köln wurde er im Oktober 1484 intituliert1) als Magister Wilhelmus Raimundus Mithridates, artium et sacre theologie professor, apostolice sedis acolitus et linguarum hebraice, arabice, caldaice, grece et latine interpres. Der gewiss selbsterfundene Beiname Mithridates sollte wohl auf die Vielsprachigkeit des pontischen Königs bezugnehmen, so wie wenn sich heut einer den Übernamen Mezzofanti zulegen wollte. Dieser Prahlername und der Pfauenschweif von Sprachen wirken sicherlieh nicht als vertrauenerweckendes Präjudiz für ein solides Wissen, aber wenigstens als indirekter Eideshelfer, wie Summenhart als direkter, tritt A g r i c o 1 a dafür ein, der dem nach Italien zurückkehrenden Raimundus nach ziemlich flüchtiger Bekanntschaft in Heidelberg am 13. April 1485 einen Empfehlungsbrief an seinen Freund, den Strassburger Buchhändler und Drucker Adolf Rusch, mitgab2), in dem er auf Orund der Empfehlung eines Kölner Freundes sagt: »Homo est, ut audio, doctissimus, omnium linguarum, Latine, Grece, Hebraice, Caldaice, Arabice et, nescio an omnia numerauerim, peritissimus, preterea theologus, philosophus. poeta et (ut in summa dicam) unus in omnibus et omnia in uno, quem ego profecto gauisus sum contigisse mihi, ut viderem«. Auf seiner Weiterreise berührte Raimundus Base], und Sebastian Brant weihte ihm, dem Vielgelehrten, ein langes Lobgedicht3), das ihn in sein »Heimatland« Italien begleiten sollte. Als litterarischer Beweis für seine Gelehrsamkeit liegt eine lateinische Übersetzung der arabischen astrologischen Schrift De imaginibus coelestibus 5 P. Hassels Zeitschrift für Preussische Geschichte und Landeskünde V, 467, z. J. 1484. 2) K. Hartfelder, s. a. O. 31, 32. s) C. Schmidt, Histoire litteraire de PAIsace, I, 208.

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