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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-02-01 · Heft 2 (Februar 1904) · p. Seite 78

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 2 (Februar 1904)
Article
Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg
Date
1904-02-01
Page
Seite 78 (sequence 2)
Language
German
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78 Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg. seiner Tätigkeit zufrieden war, beweist der Umstand, dass er ihm schon 1474 eine Gehaltsaufbesserung zufliessen Hess1). Nachahmung an andern Universitäten hat in Deutschland trotz der Konzilienbeschlüsse das Vorgehen Herzog Ludwigs und N i g r i s nicht gefunden. Wenig später als Schwarz tritt der erste fahrende Lehrer des Hebräischen, Wilhelm Raimundus oder Raimund i de Moncad a2), hervor, der zugleich die Eigenschaften eines Theologen, eines Philosophen und eines Poeten, d. h. Humanisten, und ausserdem noch die eines Astrologen sein nannte. Wenn wir recht berichtet wären, müsste er ein Römer von Geburt gewesen sein, denn so wenigstens bezeichnet ihn3) sein dankbarer Schüler, der bekannte Tübinger Theologe Konrad S u m m e n h a r t, der von ihm vielleicht noch in dem Jahre 1478, wo S ummenhart sich als Pariser Magister dort inskribieren Hess oder im folgenden4) in Tübingen in die hebräische Grammatik eingeführt worden ist. Er ist jedoch, wie schon aus dem Namen seines Heimatsorts5) zu erkennen ist, von Herkunft ein Spanier, und zwar ein getaufter Jude, ein Sohn des Rabbi Nissim Abu el Pharagh, gewesen. Durch den Friesen Rudolf Agricola weiss man, dass Raimundus etwa zu Anfang der achtziger Jahre in Loewen gelehrt hat und dass er von dort nach Köln übergesiedelt ist6). ף M. U. A., E. 1, 1, fol. 2 b. 2) I. C. Wolff. Bibliotheca hebraea, Vol. III, 238, nach Giulio Bartoloccio, Bibliotheca magna rabbinica, IV, 255. 3) C. F. Schnurrer, Biographische und litterarische Nachrichten von ehemaligen Lehrern der hebräischen Litteratur in Tübingen, 2. 4) Da Raimundus in Tübingen als Römer galt, möchte ich den Eintrag in der. Matrikel aus dem Wintersemester 1478/79 mit ihm in Verbindung bringen: Petrus Schwartz, famulus D. Ytali. 5) Es gibt in Spanien zwei Flecken des Namens Moncada, einen bei Valencia und einen bei Barcelona. 6) K. Hartfelder. Unedierte Briefe von Rudolf; Agricola, 32, ־erster Brief.

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