Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Über Abraham bar Chijja's "Buch der Enthüllung"
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 559 (sequence 15)
- Language
- German
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Wobor Abraham bar Chijjaa Buch der Entlüilluug. 509 die nichtigen Anschauungen der Heiden gründeten. Allein aus .Rücksicht auf diejenigen, che sich mit fremden Wissenschäften beschäftigten, aber schwach im Glauben seien, habe er gemeint., auch diese Beweise nicht übergehen zu sollon. Der ganze Ton der'weiteren J)arstollu־ng macht jedoch durchaus nicht den Eindruck, als ob er den Werth der Astrologie so gering, nnschlügo, wie man nach dieser einleitenden Bemerkung anzunehmen berechtigt wäre. Es giebt, so führt unser Autor aus,■verschiedene Weisen, aus (len Sternen die Zukunft zu ergründen. Unwissende Menschen z. B. geben sieb, wenn sie (.,ine Sonnen- oder Mondfinsterniss, »»der eine andere ungewöhnliche Himmels- Erscheinung wahrnehmen, der Iioflnung oder der Befürchtung bin, dass sich irgend etwas Erwünschtes oder Unerwünschtes ereignen werde. Und wenn dann bald darauf oder auch nach geraumer Zeit Ihingersnoth, Krieg oder gross(1 Fruchtbarkeit Eintreten, so ziehen sie ohne jode innere Begründung daraus den Schluss, dass die betretende Erscheinung auf Erden durch die am Himmel herbeigeführt worden sei. Anders verhält es sich schon mit den Voraussagen, welche die Angehörigen mancher Berufe, wie die Hirten und die Schilfer, auf Grund der in ihrem Berufe gewonnenen und auf gewisse 11immelserscheinungcn gestützten Erfahrungen über die Gestaltung des künftigen Jahres in Betreif des Regens, des Windes, der Wärme und der Kälte machen, ln höherem Mnasse noch als die nur nach der .Erfahrung urthoilemlen Hirten und Schilfer sind die Sternkundigen vermöge ihrer Wissenschaft von dem Wandel und der Konstellation der < Gestirne befähigt, künftige Ereignisse vorauszusehon, ohne jedoch irgend welche Einwirkung auf sio ausüben zu können. Die Sterne bewegen sich in den ihnen von Gott bei der Schöpfung vorgeschriebenen Bahnen und bereiten durch ihren Wandel Nutzen oder Schaden, die der Mensch zu erkennen, aber Gett allein herboizuführen oder abzuwenden vormag1). Gott hat, so wird im Anschluss an IJosen 2, 2B u. 24 ausgeführt, die Himmelskörper mit der Kraft ausgerüstet, aut die Erde einzuwirken, welche, die Einwirkung Gottes und der 'Himmelskörper in sich autnehmend, dem Menschen ihre Gaben darbietet. Der Mensch ist in Betreff der ihm vorliehenen Gaben demgemäss von vier Faktoren bedingt. Auf die Himmelskörper wirkt Gott allein, auf die Erde wirken Gott und v) Pforte V, fol. ‘243 b fg.