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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 6 · p. Seite 553

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 6
Article
Über Abraham bar Chijja's "Buch der Enthüllung"
Date
1903-01-01
Page
Seite 553 (sequence 9)
Language
German
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Ueber Abraham bar Chijjas Buch der Enthüllung. 553 Beim siebenten Schöpiüngstage jedoch findet sich nur die Angabe des Tages und nicht mehr die des Abends und des Morgens, weil in der ihm entsprechenden Weltperiode nur noch das Gute, nicht mehr Hass, Neid, Krieg, Krankheit und Tod, sondern Liebe,. Brüderlichkeit, Friede, Weisheit und 1 eben walten werden1). Wie bei den Bildungen des ersten Schöpfungstnges das Gute überwog, lind dieser Tag darum als gut bezeichnet wird, so war auch der Inhalt der erste/1 Weltperiode überwiegend gut. Beim zweiten Schöpfungstago, an dem die das ober<3 und das untere Wasser scheidende Ausdehnung geschaffen wurde, fehlt die Bezeichnung gut, weil in der ihm entsprechenden Weltperiode die Sundflut. herein brach, durch die alle Wesen der Erde vernichtet wur־ den״). Daraus und nicht aus anderen Gründen, etwa wegen der Konstellation der Gestirne, erklärt sich auch die Scheu der Menschen, irgend ein Unternehmen am Montag zu be־ ginnen. Beim dritten Schöpfungstage wird das an ihm Goschaffene zweimal als gut bezeichnet, einmal, weil am Anfang der ihm entsprechenden dritten Weltperiode Noa die Arche verliess, und dann, weil am Schluss dieser Weltperiode die Thora gegeben wurde. In den ersten beiden Weltperioden is-t sie deshalb nicht gegeben worden, weil erst durch die Sundflut die von dem ersten Menschenpaar begangene Schuld gesühnt und der in Folge dieser Schuld über die Erde voriiäugto Fluch von ihr genommen wurde. Am vierten Selüiphmgstage wurden die Lichter geschaffen, durch dm sich das Licht auf der Erdoberfläche verbreitete, denn das an! ersten Tage geschaffene Licht erleuchtete nur die Oberwelt und konnte sich über die Erdoberfläche nicht verbreitern, weil vordem vierten Tage die Himmelsausdehnung. noch nicht die Festigkeit erlangt hatte, dieses Licht in sich nufzunehmen und cs der Erde mitzutheilen. Wie in den drei erst/m SchÖpfungstagen das Licht auf der Erdenicht verbreitet war, sondern erst am vierten durch die Himmelsüchtor zur Erscheinung kam, so sind auch erst am Schluss der dritten Weltperiode bei ihrem 1; ebergang zur vierten der Welt die Weisheit und die Thora verliehen worden. Wohl gab es auch 1) Eol. 187 b. 2) Aus demselben Grunde steht beim zweiten Tage auch nicht wie bei den anderen zuerst וירי כן und dann יעש אלהים% sondern umgekehrt zuerst ויעש א; הים und dann ויהי כן, weil das Geschaffene in der zweiten Weltperiode keinen Bestand hatte, vielmehr erst das in der Sündflut Uebnggebliobene zu dauerndem Bestand gelangte. Eine andere Erklärung dafür! giobt A, b. Ch. Hegjon ha־Nefesch S. 6a.

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