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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 6 · p. Seite 546

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 6
Article
Über Abraham bar Chijja's "Buch der Enthüllung"
Date
1903-01-01
Page
Seite 546 (sequence 2)
Language
German
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54G Ueber Abi&ham bar Chijjas Buch der Enthülluug• dos Wortsinncs auf eine Verherrlichung der Erlösungszeit gedeutet, auf eine Wiederauferstehung der Herrschaft Israels, die sich wie der Todte aus seinem Grabe erheben werde, während die Herrsch alt der Bosheit, das sind die Völker der Krde, zu Grunde gehen und nicht zur Wiederauferstehung in der künftigen Weit gelangen werde1). Eine solche Umdeutung ist, auch wenn ihre Urheber sich zu den: Messiasglauben bekennen, als Ketzerei zu betrachten sie ist aber auch zwecklos, da es andere Verse giebt, die, wie Kzech. 37, 12 und Dan. 12, 2, jede andere Deutung als auf die Wiederbelebung zur Zeit der Erlösung ausschliessen2). .Eine nicht minder arge Ketzerei ist die Behauptung, dass der Mensch nach dem Tode nicht wieder belebt werden könne. Warum sollte Gott, der den Menschen vom Nichtsein zum Sein gebracht hat, den Todten nicht wiederbeleben können3), wie es von Eiia bei dom Sohne der Witfcwe aus Sarepta und von Elisa bei dem Sohn der Sunamitcrin horichtet wird? Wenn sic aber meinen, es wiederstreite dem Naturgesetz, dass die Wipdcrauterstandenen von Krankheit und Tod verschont bleiben sollten, so offenbart sich darin nur ihre geringe Kenntnis« der Naturgesetze. Ist doch von manchen Aerzten die Behauptung ausgesprochen worden, man könne vermöge ihrer Wissenschaft, durch die Beobachtung einer angemessenen Diät und andere Massregeln, ein durch keine Krankheit gestörtes Leben führen, so dass der Tod nur in Folge von Altersschwäche und nicht in Folge einer Krankheit eintrete. Einer hat sogar in einem von ihm verfassten und bei den Griechen vorhanden gewesenen Buche behauptet, dass er durch die acrztliche Wissenschaft und die וכת העולם ולא דרך בריאתו יטעני לדבריהם שאינם מוצאים זכרון תהיית המתים בתורת משה ולא מצאו כמכה שידרו סומכין עליו ודבי זה שאינו יוצא מן התורה ׳ איך נחכה לו אלו דברי הבטלנים האלה Abravanel zu Jos. 26, 19 erwähnt eine ähnliche Deutung David Eimchis, die ich aher in dessen Jesaiakommentar nicht gefunden habe. Vgl. die folgende Anrnork. '״) Ezecb. 37, 12 wird, wie auch Abravanel bemerkt, von David Kimchi anders ausgelogt und Dan. 12, 2, wie Abraham Ihn Esra mittheilt, von dem Karaeer Jeschua (um die Mitte des XI. Jahrhunderts) auf die Erhebung Israels gedeutet. Vgl. Albo Jckarim IV, 25.;}) So argumentirt auch Saadia, dass der Bekenner des Monotheismus, der an eine Schöpfung aus Nichts glaubt, die Wiederbelebung der Todten nicht darum be8treiten könne, weil sie mit den Naturgesetzen, nicht vereinbar sei, denn der Glaube an die Wiederbelebung sei für den Tieferdenkendeu mit viel geringeren Schwierigkeiten als der Glaube an eine Schöpfung aus Nichts verknüpft. Vgl. Guttmann, Saadia S. 217.

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