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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 6 · p. Seite 537

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 6
Article
Die Paulinische Lehre vom Gesetz
Date
1903-01-01
Page
Seite 537 (sequence 4)
Language
German
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Die Paiilinische Lehre vom Gesetz. 537 Dass er dabei von Neuem und in einen noch tieferen Abgrund von Mysticismus und von Widersprüchen — zwischon dem an sich gerechten, guten, heiligen, göttlichen Gesetz und dem vorgeblichen, nichts weniger aL8 heiligen und göttlichen, ja zum Theil geradezu dämonisch gedachten Zweck desselben — gerathen muss, ist für uns völlig klar. Er seihst hat es ja ohne Zweitel auch mehr oder weniger empfunden. Aber sein Feuereifer iur die Idee der Heidonbekehrung — mit den dadurch aufgewirbelten, im Kampfe sieb immer mehr und mehr verdichtenden Rauchwolken — denn wo Feuer ist, da ist ja immer auch Rauch — raubte ihm die volle Klarheit des Blickes, oder führte ihn darüber Euletzt im Sturm hinaus. IV. Das Joch des Gesetze s. Knechtschaft und Freiheit. C e r e m 0 n i a 1 2 e 8 e t z und S i 11 e n g e s e t z. Nachdem Paulus uns versichert hat, dass das Gesetz, als von Natur unerfüllbares, nicht zu rechtfertigen vermag, ja dass es auch von allem Anfänge an zu dem Zwecke gar nicht gegeben worden sei, sondern nur um der Uebortrctungen und um der Gnade willen, indem erstere uns endlich den heissen, sehnsuchtsvollen Ruf nach Erlösung erpressen (Gal. 3, 19; Röm. 6, 20. 21; 7, 24), wird es uns weiter nicht, wundern, dass er ihm, diesem Gesetz, auch noch einen ATackel anderer Art anzuheften weiss — indem er nämlich seine galatischen Leser davor warnt, sich mit dem Gesetz doch nicht wieder in’s alte ״Joch der Knechtschaft44 bannen zu lassen, Gal. 5, 1. ,Voran geht daselbst, die bekannte, nebenbei bemerkt, etwas schiefe Allegorie von den zwei Weibern (und Söhnen) Abrahams und von den zwei ״Bündnissen“, von denen das eine, das vom Berge Sinai, ״zur Knechtschaft zeugt . , . das entspricht dem jetzigen Jerusalem; denn dieses ist in Knechtschaft 8 am rat seinen Kindern. Das obere Jerusalem aber ist frei1), das ist unsere Mutter, denn es 8teht geschrieben etc.u, 4, 21—31. Und nun fährt der Apostel fort: ״Für die נ) Zu dem »oberen Jerusalem« verweist Vollmer (a. a. O. S. 62, Anm. 2) beieits auf die rabbinischen Parallelen bei SchÖttgen, Weber, Schürer (a, a.O. II2, S. 451 f.).

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