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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 6 · p. Seite 532

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 6
Article
Die Vorlesungen Ad. Harnacks über das Wesen des Christenthums
Date
1903-01-01
Page
Seite 532 (sequence 19)
Language
German
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532 Die Vorlesungen Hkrnacks über das Wesen dos Christenbhuui?. Erde rufe ich zu Zeugen, 1Nricl1tjude oder Jude, Mann oder Frau, Knecht oder Magd je nach den Werten eines Jeden ruht heiliger Geist auf ihm1״). S. Weit über den Kreis der Anhänger des Judenthums, im weiteren wie in engerem Sinne, der Proselvren der Frömmigkeit und derjenigen des Thores, insbesondere auch weit über den Kreis der heidnischen Besucher der Synagogen hinaus, verbreiteten sieh jüdische Lehren und Anschauungen im römischen, wie im porthischen Reiche. Einer rein, praktischen Tendenz folgend, suchten einzelne jüdische Schriftsteller den Heiden die allgemeinsten sittliehen Lehren der heiligen■ Schrift entgegenzubringen, legten sie, um sie .wirksamer zu machen, in den .Mund alter griechischer Spruchredner und Hessen um dieser Tendenz willen selbst ihre religiösen Anschauungen züriiektreten. So hat der Verfasser des sogenannten Phnkylideiachon Gedichtes in dieses die Mehrzahl der Zehngebote, die Vorschriften des Gesetzes der Heiligkeit (3. 13. ii. e. 19), der Mildthätigkeit, der Pflicht, dem Arbeiter seinen Lohn keinen Tag vorzuenthalten, der Rücksicht aut' Arme, Schwache, Freunde, Sklaven, der schonenden Behandlung der Tliiere (5. B. M. 22, 6), das Gebot, auch dem Feinde gefällig zu sein, Emptehlungen der Ehe, der Keuschheit, der Arbeit nach biblischen Vorbildern aufgenomnien, dagegen jedes Angriffes auf das Heidenthum sich enthalten und ebenso der Erwahnung jedes speeiell jüdischen Gebotes, wie des Sabbaths•5*) In der Form sihyllimscher Orakel 1wandten sich Andere an das Gewissen der Heidenwelt, um sie zu einer reinen Gotteserkenntniss und zu einem sittlichen Leben aufzurufen. Und messianische Vorstellungen und Zukunftserwartungen, gingen aus ihnen in die Gesänge Vergib und Ovids über3). Die Verwandtschaft der religiösen und ethischen Lehren Senecas mit denen der Bibel, Sätze wie ״diejenigen, welche Gott gefallen, welche er liebt, prüft und übt er״, der einfach oinen Spruch Salomos wiedergibt (Spr. 3, 12)4) lassen *) Tanade be Elijahu zu Eichter 4, 4 cap. 9—10 ed. Friedmann. *) Bernaya, das Pnokylid. Gedicht. Ges. Abk, I. 226 ff. •'*) Ekloge IVju. Metamorph. I. 89—434. Vgl. Hausrath II 2, S, 101 ff. 110. 4) De providentia 1, 2. Vgl. noch zahlreiche weitere Parallelen bei J. Kreyher,. Seneea u. 8. Beziehungen z. Urchristenthum. Berlin 1887, 8. 72 ff.

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