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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 6 · p. Seite 530

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 6
Article
Die Vorlesungen Ad. Harnacks über das Wesen des Christenthums
Date
1903-01-01
Page
Seite 530 (sequence 17)
Language
German
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530 Die Vorlesungen Harnacks über «las Wesen des ('hristcnthums. friedlicher und freundlicher Behandlung zu erfreuen hatten, sondern .denen gegenüber midi' das Gebot liebevoller "Unter- Stützung in Fällen des Bedürfnisses bestand. Durchaus zutreffend istdeshalb bemerkt worden, dass diese, Fremdlinge in Israel staatsbürgerliche Rechte genossen1). Dafür hatten sie in keiner Weise die religiösen Pflie.hton der Juden zu crtüllon, sondern nur die sogenannten n oaeli id iscli eil, d. 11. fü 1: alle .!Menschen gütigen Gebote. Diese sind; Das Gebot der Gerechtigkeit und staatlichen Ordnung, das Verbot der Gotteslästerung, dos Götzendienstes, der Blutschande und ־Unzucht, des Alordes, des. Raubes und des Genusses des Fleisches von Thiercn, bevor diese 10dt. sind1 *-). Das sind also die einfachsten religiösen und sittlichen Forderungen. Aus diesen biblischen Anschauungen heraus gestaltete sich auch die Auffassung der .luden von (len Heiden, welche Anschluss an die Lehre Israels s acht on, a 1> 0 r 11 i c 11 t •luden werden wollten. S i ר ז nannten sie ״Gottesfürch tigcu ירא* ד׳ nach den Worten der Psalmen, welche neben dem Hause JsraeI ..alle, die Gott fürchten/• zum Vertrauen auf ihn und zu srinein Preise autlordorrF). Dieser biblische Naim• tritt uns sodann viellach in grieohi״ scher und lateinischer Sprachig bei jüdischen wie bei heidnischen Schriftstellern, in de!• Apostelgeschichte, wie auf neuerdings gefundenen Gr;ab1«el1rif1en entgegen4)* Damit bezeichnete sich also selbst eine grosse Anzahl von Angehengen der verschiedensten Volkes* als Verehrer des Götter' Israel«. Sie besuchten die Synagogen der Juden und heobachteten einzelne ihrer Sitten und Gebräuche, ohne darum ihre Nationalität und selbst ihre ursprüngliche Religion aufzugeben. Es lag uen Juden nahe, auf diesen weiteren l£n־is von Gottesverehrern die für die früheren. ״Fremdlinge u. Beisassen“ gütigen Bestimmungen anzuwenden. Mit deren Namen ז.ר תושב später auch ״;ר שערFremdlinge des Tores־״ wurden sie in der Tliat auch genannt. Die sie betreffenden Bestimmungen sind aber nicht systematisch nusgefiihrt, sondern nur in den l) H. Cohen : Die Nächstenliebe im Talmud. Marbg, 1888, S. 18 iV. Lazarus, die Ethik d. Judenthurus 1, 1(57. ־) Tabu. 1י. Sanhedrin 56a. 20 ,138 .4 .118 .11 ,115 ף. 4) s. J. Bernays, die Gottesfürchtigon bei .Juvenal in s. Ges. Abli. II 71 IV. und Schürer III. 123 Anm. 66.

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