Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 6 · p. Seite 525

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 6
Article
Die Vorlesungen Ad. Harnacks über das Wesen des Christenthums
Date
1903-01-01
Page
Seite 525 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2829132-2829768-2829775-2884930--32393-2884988
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Die Vorlesungen Hnrnacks überdas Wesen des Cliristi’iithunis. 5*i5 gelehrt; sie sind es, die zuerst der Welt dieses Schauspiel geboten haben“1 *). Die scheue Achtung, die dieses Ileldenthum der Thaten und der Leiden erweckte, ging sodann nicht selten in Liebe und Nacheiferung über, wenn man die Tugenden ihres privaten Lebens kennen lernte. Selbst Tacitus kann nicht umhin, in seiner vorurtlieilsvollen und vielfach geha'8sigen Schilderung der Juden, ihre Treue, ihren Familiensinn und ihre Mildtlultigkeit gegen einander,; ihre körperliche Stärke und Arbeitstüchtigkeit, ihre Todesverachtung und Tapferkeit, ihr Gottvertrauen und ihre Hoffnung auf Unsterblichkeit anzuerkennen״), Und aul Grund der zahlreich vorhandenen Inschriften der jüdischen Friedhöfe in Rum aus jener Zeit sagt Renan: ״Das allgemeine Wohlwollen״ ,״das Glück, mit den Gerechten auszuruhen, ]Mitleid und Hillsbereitschaft für die Armen, Sittenreinheit, das Glück des Familienlebens, sanfte Ergebung in den Tod, den man wie einen Schlaf betrachtete, das sind Gefühle, die sich in den jüdischen Inschriften mit jenem eigentümlichen ergreifenden Ton, jener Wehmutli und sicheren Hoffnung finden, die später auch die christlichen Inschriften charakterisiren“3). Wir finden danach wohl eine richtige Darstellung von .dem, was zahlreiche Heiden zur Synagoge führte, in folgenden Worten der Verteidigungsschrift, welche Josephus Flavius gegen die wider die Juden gerichteten Beschuldigungen um das Jahr 100 geschrieben hat4): ״Vielfach haben die Weisheitslehrer bei den Hellenen in ihren Lehren sich an Moses ange8chlossen, indem sie sich seinem Gottesbegriffe näherten und die von ihm geforderte Einfachheit der Lebensweise und gegenseitige Gemeinschaft als Gesetz aufstellten. Aber seit lange her zeigt sich auch unter der Menge ein grosser Eifer für unsere Religion, und es giebt keine hellenische oder barbarische Stadt, wo nicht die bei uns übliche Sa b bathfei er sich Bahn gebrochen hätte, und wo nicht das Fasten, Lichteranzünden und viele unserer Speisegesetze beobachtet würden. Auch unsere Einigkeit und Wohlthätigkeit, unser Gewerbfleiss und die Standhaftigkeit in den für das Gesetz zu ertragenden Leiden suchen sie ,”1) a. a. 0. III, 476 ff. s) hist. V, 5. 3) Paulas, deutsche Ausgabe, 184. 237• «) c. Ap. II, 89.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.