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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 6 · p. Seite 524

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 6
Article
Die Vorlesungen Ad. Harnacks über das Wesen des Christenthums
Date
1903-01-01
Page
Seite 524 (sequence 11)
Language
German
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524 Die Vorlesungen Harnacks über das Wesen dos Christonthums. der giillische Dichter ßutiliua Namatianu.s im Hinblick auf das aus dev Wurzel des Judenthums hervorgegangeno Christcnthum1 2). Neben dev Judenfeind!!eben Lätteratur und den ihr entsprechenden Anschauungen gal) es aber auch in den verschiedenen Ländern und Völkern Strömungen und Stimm (ragen, die nach einer ganz anderen Richtung gingen. Es war kein kleiner und unbeträchtlicher Kreis, der sich der Synagoge zu wandte und da ein anderes Bild vom Judentlmm gewann, als es in den gewöhnlichen Vorstellungen lebte. Ihre Besucher erhielten da auch die Erklärung und das Verständnis^ für die sonst als seltsam angesehenen Gebräuche. .Daher konnte es leicht geschellen, dass, wie Juvenal (um das Jahr 180 n. Ohr.) von K 5 rn o r n s e i n e r Z e i t berichtet-), ein Vater zunächst nur die Synagoge der Juden besuchte und den S a bbat 11 mit ihnen leierte und sein Sohn sodann volls 1 ii n d i g das Judenthum annahm. Es war insbesondere die religiöse Begeisterung und der Opfermuth der Juden, die in einer Zeit des Zerfalls des Glaubens und der Verweichlichung der Sitten die Aufmerksamkeit gesinnungsverwandter Elemente auf sie lenkte. Während alle übrigen Religionen in ihrer Selbsaufiösung begriffen waren, hatte die jüdische im zweiten vorchristlichen Jahrhundert ihre Helden zeit der Makkabäer gehabt, und , die Glaubenstreue ihrer Bekenner und deren unzerstörbare Hofhnmgsknift bekundete sich aufs neue in der todesveracht-enden Tapferkeit bei den grossen Kämpfen gegen Titus, Trajan und Hadrian, wie in der unerschütterlichen Standhaftigkeit gegenüber zahlreichen Verlockungen, Demüthigungen, Entbehrungen, die gerade die unter den Heiden lebenden Juden zu erleiden hatten. Pis waren die vielen Blutzeugen, die von der Religions- Verfolgung des Ant-iochus Epiphanes (um 170 v. Chr.) bis zu der unter dem Kaiser Hadrian (um 130 n. Chr.) das Judenthum in den Augen seiner Bekenner erhoben und weitere Anhänger ihnen zuführten3). ״Das Martyrium für den Glauben,“ sagt Ilavet, ״haben die Juden den Christen נ) Reinach, textes d’auteurs gr. et rom.!ei. au jud, 359. u. d. Anm. S. 3G0. 2) Satire XIV, 96 ff. 3) Vgl. Jos. c. Ap. C. 32 u. Graetz, -d. jüd. Pioselyten im Körnerreiche, S. 3 ff.

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