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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 6 · p. Seite 520

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 6
Article
Die Vorlesungen Ad. Harnacks über das Wesen des Christenthums
Date
1903-01-01
Page
Seite 520 (sequence 7)
Language
German
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520 Bit1 Vorlesungon Kariiacks über das Wosun des Cliristonthums. 4. Von der ursprünglich grossen Litteratur, die dieser Periode entstammt ist, sind ausser wenigen andern Sciiriften nur die Werke des Alexandriners Philo erhalten gehlieben und durch sie auch zahlreiche, von diesem, nach seiner eigenen Angabe, aufgen omnien e palästinensische Ueberlieforungon und Schrifterklärungen hellenistischer Vorlänger. Seine Schriften schliessen sich, abgesehen von einigen historischen und apologetischen Werken, an den Pentateuch an und bilden einen grossen allegorischen Commentar zu dessen Hauptstello«, eine Darstellung der Welt.schöpfung, eine Lebensbeschreibuug hervorragender Personen und eine syste• niatische Behandlung der mosaischen Gesetzgebung. ״Hin .Grundgedanke ist os,u sagt Schürer, ,,von welchom seine Auslegung überall geleitet wird: Die Geschichte der Men sehen, wie sie in der Genesis erzählt wird» ist im Grunde nichts anderes als eine grosse Philosophie und Ethik. Die verschiedenen Menschen, die hier auftreten, die guten wie die bösen, bedeuten die verschiedenen Seelen und Zustände, die im Menschen Vorkommen. Diese in ihrer Manhicli* faltigkcit und in ihren Beziehungen, sowohl untereinander als zur Gottheit und zur sinnlichen Welt, zu analysieren und daraus moralische Lehren zu ziehen, ist der eigentliche Zweck dieses grossen allegorischen O‘0umentars. Man sieht daraus Zugleich, dass das Hauptlhtorosse Philo*« nicht, wie mäh nach der ganzen Anlage seinem hystoms tneineh könnte, die spekulative Theologie iih sieh lat, sondern vielmehr die Psychologie und Ethik. Er isU. seiner letzten Absicht nach nicht speculativot* Theologe, sondern Psychologe und Moralisi1). Philo selbst erklärte: מDie unendliche Zahl einzelner Lehren und Vorschriften kommt auf die zwei Hauptgebote zurück, Frömmigkeit und Heiligkeit im Verhältnis zu Gott, Liebe und Gerechtigkeit gegen die Menschen*12). Seine Schriften haben die philosophische, wie die religiöse Entwicklung der folgenden Zeiten stark beeinflusst.!Nahe Berührungen mit seinen Anschauungen finden sich bei den Neupythagoräern, bei Apollonius von Tyana und Plutarch. Durch ihn angeregt verehrte Numenius, der Vorläufer der Neuplatoniker, Moses als grossen Propheten und nannte Plato einen attisch redenden Moses. Und wenn die Neuplatoniker selbst eine Neubelebung des Heidenthnms ver- 501 ,2 111 ף f. 2) De septenario Mang, II, 282.

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