Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Der Nomos
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 512 (sequence 23)
- Language
- German
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512 Der Nomos in philonisoher Beleuchtung. wenn daselbst Zuthaten initaufgezählt werden, in denen wir vielmehr Bestandteile, wie sie zudem anderen Festgebrauch, dein von לולב gehören, erblicken, so hat eben eine ältere, die biblisclie Zeit, den Bericht ganz unbefangen genommen, gerade die Festhütte daraus hergestellt und scheint sie auch das biblisehe Gebot von ולקחתם לגם וגר dahin und zu nichts weiter gezogen zu haben. Möglich ist’s, dass auch Philo dasselbe so verstanden, und wir hätten eine Erklärung dann, dass <t weiter nicht in unserem Capitol darauf eingegangen. Der achte Tag des Festes, für den Philo die Bezoiclinung HoStov einfach der Septuaginta entnommen, bedeutet für ihn den Schluss aller Feste des Jahres, gleichviel ob die LXX den gleichen weiten Begriff mit diesem Namen verbunden oder nichts weiter als Schluss des Hüttenfestes gemeint hat, wobei Ph. nach Art seiner Exegese auch hier nicht unterlässt, zu der Erhärtung seiner Ansicht die Zahlensymbolik mit ihrer Deutung, wie sie sie von der Achtzahl giebt, heranzuziehen. Die Uebersotzung selber für das hehr. עצרת, so sehr sie die ziemlich allgemein reeipirte, wie un- 8er ״Schlussfest* das besagt, entbehrt doch der etymologisehen Begründung, sie scheint nichts weiter als die mutlimasslich angenommene Auffassung des hebr. Wortes zu sein, zu der der Gedanke geführt, dass kein Fest im Jahre darauf folgt. Aber auch in palästinischen Kreisen ist man über ein blosses Rathen, Mutmassen betreffs des so dunkeln hebr. Namens für das Fest nicht hinausgekommen; die Deutungen des Sifre, des Talmud, wie Tr. Succa 55b, so erbaulich sie an sich sind, können mehr doch nicht als die Geltung agadischer, homiiienartiger Schrifterklärung beansprachen. Und selbst trotz der neuesten, im Namen exacter streng wissenschaftb Exegese gegebenen Erklärung von עצרת als Festversammlung, wie bei Kautzsch zu lesen, bleibt, so lange man uns nicht erklären kann, aus welchem Grunde die Schrift an der einen Stelle מקרא קדש, bei K. gleichfalls als Festversammlung gedeutet, an der anderen עצרת dafür setzt, die Ermittlung des wahren Sinnes ein noch ringelöstes Problem der Bibelwissenschaft. Damit ist auch für Philo das Thema der eigentlichen Feste des Jahres erschöpft. Denn, was er weiter anhangsweise betrachtet, das sogenannte Korbfest, wie die Darbringung der Erstlinge nach Deut. XXVI, 2 genannt worden, ist nicht mehr eigentliebes Fest; es fehlen, so feierlich die Darbringung ist, die sonstigen Attribute des Festes.