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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 6 · p. Seite 511

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 6
Article
Der Nomos
Date
1903-01-01
Page
Seite 511 (sequence 22)
Language
German
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Der Xom'3'i in!thilouischer ILloactitung. 511 legentlicli nieder verfällt, ein Rationalismus, der sich nicht entblödet, die trivialste, hausbackenste Diätetik des Leibes in daß Gesetz hineinzutragen. Gerade in der Umkehrung der gewöhnlichen Leben&ordnung. dem Vertauschen der Testen Wohnung mit der schwanken Hütte ist, wie das die mittel״ alt erliche jüd. Religionsphilosophie viel besser erkennt, vgl. Men. ha״Maor § 14b, die Tendenz des Gesetzes zu erblicken, indem dadurch Gottvertrauen geweckt und befestigt werden soll. Von Symbolen des Festes kennt Thilo nur das eine, das der סבה öder Festhütte; wiederum, auch bei diesem Fesio, so reich es an Symbolen ist, bemerkt man, dass ihm anderes gegen das eine, allerdings populärste, das der Festhütte zurücktritt. Tiefes Schweigen beobachtet er über מצות ארבעה סינים; nicht nur, dass er uns damit völlig in Ungewissheit lässt, ob auch Leben oder Schule in Alexandrien den .Festbrauch für sich nbrogirt,. er ignorirt auch, du er nichts weiter sein will als Interpret des Nomos, das ausdrücklich daselbst zu diesem Tage gegebene Gebot von לבס וגר CT,ולקה, er hat. kein Wort, der Darlegung dafür, woraus doch so viel wird zu scliliessen sein, dass in keinem Falle dieses Gebot oder dieser brauch in Alexandrien die Rolle gespielt wie in palästinensiseiien Kreisen, namentlich bei den späteren bubyloniscli-jüdischen Gemeinden, da andernfalls das Leben doch den Unsrigon gezwungen hätte, auf das diesbezügliche Gesetzes״ wort näher einzugehen. Aber auch in palästinischen Kreisen scheint doch erst eine spätere, etwa die misclinische Zeit, mit der Liebe, dem Eifer dem Gebot von Lulab ange- •hangen zu haben, wie er uns .in Talmud und Midrasch, in zahlreichen Anordnungen, Diskussionen, die den Gegenstand betreffen, mehr noch in den gelegentlichen, spociell <111 nicht spärlichen Berichten aus dem Leben entgegentritt. Bei den Dichtern der Synagoge, den mittelalterlichen Poitanim, sieht man dann weiter, wie dasselbe zum Lieblingsthema geworden. Geradezu ein Kranz sinniger Dichtung hai sich da um die vier Pfianzenarten, die zu מצות לולב gehören, gelegt. Aber die biblische Zeit? Ob sie auch nur die Aus- Übung davon gekannt? E8 ist doch bemerkenswerth, dass das eine Mal, da aus biblischer Zeit etwas ausführlicher von der Feier des Hüttenfestes erzählt wird, bekanntlich Neh. 8, 13 ü., daselbst von künstlichen Auslegungsversuchen abgesehen, an denen es.auch hier nicht gefehlt hat, doch von nichts weiter als von Bauen der Festhütte die Rede ist, und

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