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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 6 · p. Seite 504

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 6
Article
Der Nomos
Date
1903-01-01
Page
Seite 504 (sequence 15)
Language
German
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504 Der Nomos in jrMlonischer Beleuchtung. Weltgerichts, datirt. Angeschnitten ist die Frage bereits von J. H. Weiss in s. Gesell, der j. Tradition, Teil III, p. 1.50 ff., dem ich in dem Punkto vollkommen!)eizupflichten habe, dass eine solche Auflassung vom ]Neujahrsfeste kaum früher in der religiösen Praxis. Verbreitung gefunden, als sie Rah oder Abba Areka in der bekannten תקיעתאדרב fürs Leben fixirt.. Denn, wie W. gleichfalls treffend ausführt, die Anschauung vom Neujahrstag als Tag des Gerichts populär zu machen als eines heiligen Neujahrsfestes, was uns Modernen der Tag ganz allgemein ist, sei kein wirksameres Mittel gefunden worden, als den Gedanken in die Liturgie des Tages aufzunehmen. Es sind das jedenfalls späte Jdeonverbindungon, die sich damit an den Grundgedanken des Tages als Halltest, wie er im Pentateuch, dem Mosaisnms, last schlicht, ohne jede ausführende Beigabe auftritt, imgesetzt haben. Philo und die ganze ältere Zeit weiss noch nichts davon. Er kennt kein heiliges Neujahrsfest, wie das sein tiefes Schweigen von der Sache hier beweist, wo es doch für ihn bei der Suche nach passender Begründung des Gebots vom Schofarblasen so nahe lag, dasselbe in Beziehung zu eben dieser Idee vom Tage des Weltgerichtes zu setzen. Litterarisch bezeugt zum ersten Mal ist der Gedanke durch den Ausspruch des R. Jehuda b. Ihn, Boraitha Tract. Rösch ha- Schana 10 a ,הכל נידוני; בר"ד, also aus der mischnischen Zeit. Der Gedanke begegnet dann weiter in der bekannten Mischna das.;בר״ה כל באי עולם עברי; לפניו כבני מרו Lange jedoch, auch in mischnischer Zeit noch, blieb der Gegenstand controvers. Man sieht das aus den zahlreich davo n ab weichenden Lohrmeinungen jener Zeit, die uns besonderes der Jerusalem. Talmud aufbewahrt hat. Tract. Rosch haschana Per. I, § 3, von denen die bekannteste der Ausspruch des einer liberaleren Weltanschauung huldigenden R. Jose, wonach das Schicksal des .Menschen, oder wenn man הי daselbst zu lesen hat הי נידון בבל "סעה, das Schicksal der Lebewesen überhaupt nicht einer bestimmten Stunde unterworien ist. Wenn dann in der angezogenen Mischna vom 1. Tischri ־/•av* ראיס חיסנה gesagt wird, im Gegensatz zur voraufgehenden Mischna, der ersten Mischna des ganzen Tractats, die noch von ארבעה ראשי שנים spricht, so sieht man, dass endlich in den Tagen des Mischnaredacteurs die Anschauung vom 1. Tischri als eines heiligen Neujahrsfests, heilig als Tag des Gerichts, durchgedrungen, was dann dahin geführt hat, dass

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