Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Der Nomos
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 503 (sequence 14)
- Language
- German
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Der Nomos in platonischer Belouchtuug. 503 einmal, dass unser Ph., so horrend das ist, sieh von aetu- (dien Dingen das Bild nach einer Gescfczesstcllo, offenbar nach Num. 10, 10, construirt in Ermangelung sicherer Kunde von den Dingen, wobei es ihm noch passiren mag, Schofarblasen am!losch ha-Schana mit dem die Opfer bogleitenden, zu verwechseln. Eines aber wird religionsgeschichtlich durch die Stelle bezeugt. Das ist, dass das religiöse Leben in Alexandrien des Schofarblascns am!losch ha-Schana entbehrt hat. Davon musste doch Pli., wenn es anders gewesen wäre, Ohrenzeuge sein, und wie hätte er dann schlankweg von der Sache mit solcher Einschränkung reden können V Sollte soweit aber Alexandrien von Palästina in religiöser Hinsicht sieh entfernt haben? Den Gründen des Schofarblascns am 1. Tischri dann nachgetiend, giebt er zunächst dem die Deutung, dass es an die Gesetzgebung am Sinai erinnere, bekanntlich unter den gleichen Zeichen geschehen, und dort zu dem Zwecke, die fernsten Enden der Erde aufmerksam zu machen auf das bedeutsamste Geschehnis der Weltgeschichte. Danach hat der Roseh 11a- Schana-Tag auch geschichtliche Bedeutung und für Philo ist damit das überraschende Resultat gegeben, dass auch er ein Offenbarungsfest kennt, nur dass es ihm nicht der Schabuoth-, sondern der!losch ha-Schana Tag ist. Ucbrigens steht er auch hier wieder nicht mit seiner Ansicht allein, indem uns Aelmliches bekanntlich in dem liturgischen Stücke für letzteren, dem אתה נגלית, also auch in palästinischen Kreisen begegnet; abgesehen davon, dass das auch die Auffassung der so viel älteren LXX gewesen zu sein scheint, indem der Vertont zu Lev. 23, 24 uv/47.070׳vov ד<0ץ׳,<׳-77.7׳ übersetzt im Gegensatz zu dorn ganz unbestimmten Ausdruck f,u.izx 77׳;uy/7’7.; wie Vert. zu Num. 29 übersetzt. Den Ilallton darauf zu beziehen, lag übrigens so nahe, dass der Gedanke einer Entlehnung fast ausgeschlossen erscheint. Ph. giebt dann eine zweite Erklärung, die er nach seiner Art zum Unterschiede von der vorigen als universell bezeichnet. Besonders tiefsinnig ist dieselbe nicht, wenn er da sagt, der!Iallton sei das Symbol dafür, dass Gott, der Herr des Weltalls, den Conflicten in der Natur wie in der Menschenwelt vorbeuge, dass alles zur Ruhe komme, kurz ein Friedenssignal. Dies aber ist belanglos gegenüber der eben hier sich aufdrängenden religionsgesoh. Frage, von wann die Auffassung des 1. Tischri- Tages als Neujahrsfestes und weiter als יום הדין, Tags des