Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Der Nomos
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 496 (sequence 7)
- Language
- German
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496 Der Nomos 111 philoniseher Beleuchtung. sich lediglich auf die Zeit und Art der Darbringung, Wenn Ph. dasselbe als Dankopfer bezeichnet für den Fruchtsegen, für den Besitz eines fruchtbaren Landes überhaupt* wofür Israel noch besonders zu danken hat, so schwebt ihm dabei offenbar מקרא בכורים Deut. 26, 1 ff. vor. Die Analogie von ראשיה קצירכם bei עטר und .ולקהת מראשית כל פרי האדכד bei בכורים lag auch nahe genug. Toxtkritisch ist in diesem Passus p. 55 Z. 18 (der Ausg. T.) die OonjecLir Tischendorfs s^1X0c1׳7׳>s1c, wie er für das hamlsehriftl. liest, abzuweisen; neben 30/apt7׳T0;7 das eben so zu ~po; avd-poVrro’j; wie zu ססלד; tov . . . ü*dv gehört, wäre i^CkxgWzIz nur müssige Wiederholung. Den Gedanken auszudrücken -- worin weiter ein Grund für Darbringung von Dankopfer zu erblicken — dass es diene, den Menschen an Dankbarkeit auch gegen Seinesgleichen zu gewöhnen, um dieses Gedankens dor Gewöhnung willen, dem sonst der entsprechende Ausdruck fehlte, ist die hdschr, L. A. wiederherzustellen. In halachisehor Hinsicht lehrt Philo wieder in völliger Uebereiustimmung mit dem Talmud : ־/.p1ö־r, Üz oder nach Tisch. y.pähvov to דד,; y—zoyf,z rLy.yuy., dass das Erstlingsopfer des עטר von Gerste ist, und wir haben damit an Philo die älteste Quelle dieser Halacha. Die Frage ist mir, wie er zur Kenntnis solcher Bestimmung gelangt ist. Aus der Schrift selbst kann er sie nicht haben, ausdrücklich ist sie daselbst nicht zu lesen, wie denn auch der halacliisclie Commentar Thorath Kohauim, citirt u. a. von Raschi zu Lev. 2, 14, sie nur auf dem Wege halachischer Deduction eruirt. So bleibt nur auzunehmen, Pli. habe die Kunde davon als von einem zu seiner Zeit noch bestehenden Te-mpelgebrauche aus Palästina erhalten und als dem Geist des Gesotzes entsprechend auch in die Darlegung desselben aufgenommen, wenn man es nicht etwa vorzieht, unseren Exegeten selbst einen solchen halachischen *Schluss aus dem Buchstaben des Gesetzes machen zu lassen. Ph. weiss auch von dem אסור חדש, hier freilich an der Schrift selbst Levit. 23, 14 die Quelle besitzend. Ihm eigen dagegen ist die Begründung, die er nach seiner Art hinzufügt, dass es nicht der Heiligkeit des Lebens entspräche, von den uns zum Genuss gegebenen Dingen Gebrauch zu machen, ehe der Gottheit ein Dankopfer dargebracht ist. Auch für das andere, dass es von Gerste ist, hat er eine Begründung; er-findet den Grund darin, dass die Spende auch der Jahreszeit, Gerste,