Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 6 · p. Seite 495

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 6
Article
Der Nomos
Date
1903-01-01
Page
Seite 495 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2829132-2829768-2829775-2884929--32361-2884958
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Der Noaios in phiionischer Beleuchtung. 4ld5 Vater der Welt Priesterdiensto thut, auch den Sohn (ge״ meint ist• an dieser auch sonst für das phiionische System bezeichnenden Stelle die Welt.') bei Verehrung des Schüpfers mit vertrete“. Bei der Neuheit des Gedanken«, der origineilen Auffassung von Israel« Mission auf Erden — man wird flicht, fehl gehen, darin einen Eck- und Markstein in dem ganzen Gebäude der jüd.-alex. Religionsphilosophio zu erblicken — konnte es nicht fehlen, dass die Philolbrscher früh darauf aufmerksam wurden. Gfrörer a. a. 0. widmet ihm eine ausführliche Besprechung. Aber wie niedrig erscheint der Erklärungsgrund, den er dafür hat! Ausgehend von dem Gedanken, dass Philo nur die Volksmeinung von der Präro־ gative des jüdischen Stammes teilt, eine Auffassung, die auch Schürer, Neutest Zeitgesch. II £ 34, Note 124, noch hat. die in nur zu klaffendem Widerspruch mit den sonstigen!,ehren Philo’s von Gott und seinem Verhältnis zur Welt, steht, wonach es keinerlei Particularismus vor Gott giebt, hilft sieh Gfrörer, der diesen Widerspruch orkonnt, jmit der Erklärung. Philo habe mit dein Gedanken der Vertretung der Welt vor Gott den Vorzug seines Stammes nur vor dem Richterstuhl des Verstandes rechtfertigen wollen, die ganze Idee einer Mittlerrolle, die er ihm zuweist, sei blosse Ausschmückung der Theorie vom Vorzug desselben. Dass aber Philo keine Bevorzugung kennt, dass die Erwählung Israels vielmehr geschichtliche Notwendigkeit sei, dushatviol besser Diliine in Gesch. Darst. der jiul.-aicx. ReDPhil. I, 428 ff entwickelt. Pli.’s Theorie von der Mittlerrolle der jüdischen Nation die Lehre, dass ihr gesamter Cultus der Welt gilt, ist vielmehr einfach Ausfluss der gesamten Denkrichtung dieser Schule, ihres Universalismus in Religion und Moral. Es ist übrigens diese ganze Theorie nicht beschränkt geblieben auf Alexandrien, sie hat, ob entlohnt ob selbständig entwickelt, ihn* Vertreter auch in palästinischen Kreisen: da aber abgeschwächt, fast nur wie ein homelitischer Einfall von ephemerer Bedeutung. Es ist das der bekannte Ausspruch des ft. Eleasar bab. Tal in. Succoth 55 b: הגי שבעי׳ פרים כנגד מי כנגד שבעיים אומות,; der Schluss פר יחידי לגזר»• כגגד אומה יחידיה zeigt, dass die Grundanschauung über Sinn und Bedeutung der nationalen Opfer bei den Palästinern doch eine andere gewesen. Philo geht dann näher auf den Grund der Darbringung eines עמר ein. Die Schrift selbst bietet hier nichts, die Bestimmungen, Lev. 23, 9 ff. betreffs desselben beziehen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.