Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Der Nomos
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 493 (sequence 4)
- Language
- German
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Der Nomos in philonisclier Beleuchtung. 4!a Das E r st 1 i 11 g s g a r b 0 11 fc s t ('Eop?71 Spar 1x7. to Das nächste Kost nach der Zählung PhUo's ist der Tag der Darbringung der Erstlingsgarbe, in den taluiudischcMi Quellen, יום הגף, von ihm soprA! lipi^uxTo^ genannt, offenbar die Benennung dem biblischen עמר nachgebildot, er nennt es Fest im Feste, als gleich auf den erstem Tag des Possachfestes folgend, Von einer gewissen Feierlichkeit, mit der קצירת העמד geschehen, sprechen übrigens auch die palästinischen Quellen cf. Mischnah Tract, Menach. c. VI. Weiter befindet sich kliilo liier mit. der Angabe, dass cs der Tag jeweils nach dem ersten [״essaohtag und nicht etwa der Sonntag nach dein Sabbat, in völliger Ucberem- Stimmung mit der pharisäischen Schrifterklänmg. Das ganze hierhergeliörigc Capitel aus De Sept., os ist das Cap. XXVI. d. Tisch. Ausg. — die früheron Edd, enthalten fast, nichts davon — ist um deswillen besonders interessant, weil wir hier die Frage nach der weltgeschichtlichen Mission Israels aufgerollt sehen. Das Resultat• der Untersuchung kurz vorweg zu nehmen, lehrt Philo daselbst: Die jüdische Nation steht mit ihrem gesamten Cult.us im Dienst der Menschheit. Die Opfer und Spenden, die sie im Nationalheiligtum darbringt, und also auch die Erstlingsgarbe d. 16. Nissan, die Gebete, die sie verrichtet, die Feste, die sie feiert, sie sind es nicht für sie allein, sie sind es für das Ganze des Menscheng*־- schlechts. Sie ist prädestinirt dazu von Abraham 11er, von ihm her sollte sie das Priester- und ITophetenamt handhaben zum Besten der Menschheit, cf. De Abrah. $$ 19 cd. Rieht. Es ist die Mittlerrolle zwischen Gott und Welt, die damit der jüd. Nation nach Philo zugewiesen worden. In zahlreichen Paraleilstelleu,die man beiGfrürer, Philo und die alex. Theos., I., zusammengestellt und übersetzt findet., kehrt der Gedanke bei Pliilo wieder. Nirgends aber ist die Darlegung desselben so eingehend wie hier. Es mag der ganze Passus seiner Bedeutsamkeit wegen in Uebersetzung hergesetzt werden. Was der Priester nach seinem Stand dem Stadtwesen bedeutet, dem er angebört, das bedeutet -das jüdische Volk dem bewohnten Erdenrund. Nach einigen weniger belangreichen Bemerkungen fährt dann unser Autor fort: ״Wenn es den giebt, den einheilig Griechen und Barbaren bekennen, den obersten Vater von Göttern und Menschen, dessen unsichtbares, und selbst nur zu denken schweres Wesen die mit den niederen Wissen-