Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Der Nomos
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 492 (sequence 3)
- Language
- German
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492 ])er Nomoß in phiionischer Beleuchtung. Stimmung Lev. 2, 11 für letzteres die Erklärung gebend, dass im ileiligthum alles ausgeschlossen sein musste, was wie ה־סץ einem Sinnenkitzel diente. Den Gedanken weiter »usspinnond, gelangt er weiter dahin, im Genuss von מציה gleichsam einen Rest von Einfachheit, Bedürfuisslosigkeit, der Alten, ja der ältesten Menschengeschlechter, fast gehalten zu sehen. Dieses weiter auf das Geistige, das Seelische übertragend, ad mentein, wie dafür die stehende Formel bei ihm lautet, die Sache, durchaus nicht allegoristisch, eher nach agadischhomiletischer Art erklärend, preist er פצה als das Sinnbild demüthigen Sinnes, der in Allem der Massigkeit huldigt. Es gehört in diese Reihe von agadischen Erklärungen bei dem ITnsrigen noch, was er De Sept. a. a. 0. über die Bedeutung davon lehrt, dass unser Fest auf die Mitte des Monats fällt, ferner, dass Anfang und Ende desselben heilig sei. Zu orstereni Punkte bemerkt er, es sei dazu der 15. des Monats gewählt, »lass ■יLichtfülle am Himmel, Vollmondglanz auch bei Nacht zusammen mit der Sterne Pracht sei“, indem dies zum festlichen Charakter des Tages stimme; zu letzterem, dass damit auf die voraufgellenden Tage ein Schein von Fest ebenso auf die dem Fest folgende Zeit ein Nach- Schimmer vou Fest geworfen werden sollte, und 80 dem Weisen das ganze Leben zum Fest werden müsse. In halachischer Beziehung ist hier besonders auf eiue Ditferenz zwischen Philo uud Josephus cinzugehen. Erstcrer in Bezug auf die Lange des Festes, sagt a. a. 0. : 7, soott, . - . io V.uiox; äy£77.׳,, es wird 7 Tage gefeiert, letzterer, gelegentlieh der Beschreibung des Auszugs bekanntlich Buch II, 15 der Antiqq, giebt.: ö»)־sv . . . sootav zyowsv zo 7׳ui07.; w׳״tt(v twv y.^ua<ov Asyousvr.v wir feiern S Tage das Fest der ungesäuerten Brote. So eclatant der Gegensatz, er erklärt sich einfach daraus: Josephus ist der Historiker, er referirt bald das Vergangene, schildert bald die unmittelbare Gegenwart, aucli die religiösen Zustände, das religiöse Leben seiner Zeit, wie es sich bereits fortentwickelt hat, womit in diesem Punkte — bemerkenswert genug — bereits für die Zeit des Josephus das Bestehen von ׳‘״ט שגי •טל גליות constatirt ist. Philo dagegen will eben nichts als Exeget des pentateuchischen Gesetzes sein, für nichts anderes genommen werden, im Uebrigen uns in Ungewissheit lassend, ob in Alexandrien zu seiner Zeit das Fest nach der pentateuchischen Bestimmung oder nach der späteren Halacha 8 Tage gefeiert, wie es überhaupt mit Pessach daselbst gehalten worden.